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175 Jahre Walhalla
Sonntag, 10. Dezember 2017 11

Feier

Eine Riesenshow zum Walhalla-Jubiläum

In Donaustauf sahen bis zu 40 000 Schaulustige ein pompöses Feuerwerk. Eine 19-Jährige durfte den Startknopf drücken.
Von Bettina Mehltretter, MZ

Zum Feuerwerk war die Donaustaufer Ruhmeshalle illuminiert. Auf dem Weg dorthin hatten viele Autofahrer mit teils erheblichen Verkehrsbehinderungen zu kämpfen. Foto: altrofoto.de

Donaustauf.Das wichtigste Signal des Samstagabends kam von der MS Renate. Als sich kurz nach 21 Uhr alle 13 Schiffe vor der illuminierten Walhalla auf der Donau positioniert hatten, tutete das Führungsschiff dreimal. Unbemerkt von den 30 000 bis 40 000 Gästen – so die offizielle Schätzung der Polizei – drückte daraufhin eine junge Frau eine kleine Taste: Die 19-jährige Sandra, Tochter des verantwortlichen Pyrotechnikers Thomas Wagner, durfte das riesige Spektakel aus Feuerwerk und Musik in Gang setzen. Ihr Papa hatte ihr damit zum Geburtstag eine Riesenfreude gemacht. „Das Feuerwerk an der Walhalla ist schon etwas Besonderes“, sagte Sandra kurz vorher. „Ich habe mich gleich so verantwortlich gefühlt.“

Effekte knallten im Takt

Die Initiatoren des Feuerwerks, die Schifffahrtsunternehmen aus Regensburg, Kelheim und Passau, hatten bei der Firma von Sandras Vater, der Bavaria Fireworks aus Traunstein, ein sattes Paket gebucht. Mehr als 2000 Effekte erhellten zum 175-jährigen Jubiläum der Walhalla den Himmel über Donaustauf. Die Feuerwerksbomben und die sogenannten One-Shots knallten im Takt klassischer Musik von Komponisten, deren Büsten in der Ruhmeshalle stehen. Es erklangen Werke von Brahms, Beethoven, Wagner, Mozart, Strauss und dem Oberpfälzer Christoph Willibald Gluck, ebenso Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“. Prof. Dr. Norbert Düchtel, einst Dozent an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik (HfKM), hatte die Stücke ausgewählt, Thomas Wagner die Choreografie geschrieben.

Hier sehen Sie mehr Bilder vom Feuerwerk:

Das Feuerwerk zum Walhalla-Jubiläum

Auch am Tag nach der Show an der Walhalla zeigte sich Mitorganisator Klemens Unger, der Regensburger Kulturreferent, beeindruckt von der Synchronität von Musik und Licht- und Knalleffekten. War in den Stücken „forte“ vorgesehen, also eine große Lautstärke, habe Wagner die Effekte voll krachen lassen, bei „Piano“ habe er auch die Lautstärke des Feuerwerks heruntergefahren.

Klemens Unger wird nicht müde zu betonen, dass das Spektakel der Stadt Regensburg und den weiter beteiligten Gemeinden Donaustauf und Barbing keinen Cent gekostet habe. Die Schifffahrtsunternehmen hatten die Kosten auf die Tickets ihrer rund 3300 Fahrgäste umgelegt. Die zehntausenden weiteren Zuschauer am Donauufer, die mit Autos, Fahrrädern, zu Fuß und teils mit Shuttlebussen kamen, sahen völlig gratis zu. Unger selbst genoss den Abend auf der Kristallkönigin. „Ich habe natürlich gezahlt wie jeder andere auf dem Schiff“, sagt er.

Sehen Sie hier ein Video vom Feuerwerk:

Jubiläums-Feuerwerk an der Walhalla

Während Unger und die rund 3300 Schiffspassagiere entspannt reisten, hatte auf dem Land manch einer zittern müssen, ob er es überhaupt noch pünktlich zum Feuerwerk schaffen würde. Dem Chef der Polizeiinspektion Wörth Josef Schweiger zufolge war es in der Stunde vor dem Spektakel im Bereich Barbing und Sarching zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen. In Sarching mussten sogar Straßen wegen Überfüllung gesperrt werden. Außerplanmäßig durfte zwischen 20.10 Uhr und 22.45 Uhr auch auf der Staatsstraße von Barbing nach Donaustauf kein Auto mehr durch. Erst gegen 23 Uhr, also eineinhalb Stunden nach Ende des Feuerwerks, hatte sich der Verkehr wieder normalisiert. Zu Unfällen kam es trotzdem nicht. Aus Sicht der Polizei hat es lediglich auf der Donau Ärger gegeben: Ein Motorbootfahrer hatte sich dort der Sperrung zwischen dem Regensburger Osthafen und Sulzbach widersetzt. Er wird angezeigt.

Lesen Sie mehr: Unsere Reporter Bettina Mehltretter und Daniel Steffen erzählen hier die Geschichten von Passagieren der „Fürstin Gloria“, von Landratten und Helfern.

Steilhang forderte die Feuerwerker

Sandra Wagner ist Auszubildende zur Einzelhandelskauffrau. Für das Walhalla-Jubiläum hat sie sich extra Urlaub genommen. Sie wollte beim Aufbau helfen. Foto: Mehltretter

Das Feuerwerk an der Walhalla war für die Pyrotechniker eine Herausforderung. Um die Effekte trotz des steilen Hangs zünden zu können, mussten sie Abschussplattformen bauen. Und wie bei jedem Musikfeuerwerk war es auch diesmal wichtig, den Takt der Musik mit dem dem Knallen der Effekte zusammenzubringen. Dafür ist es wichtig zu messen, in welcher Entfernung die Zuhörer sitzen. Udo Neumann, neben Wagner Geschäftsführer von Bavaria Fireworks, erklärt: „Damit der Knall dann bei den Hörern auf dem Schiff ist, wenn die Musik dazu passt, musste der Effekt eineinhalb Sekunden früher gezündet werden.“

Von ihrer Show bekamen Sandra und Thomas Wagner am Samstag nur wenig mit. Denn dafür hätten sie unten, weit vor der Walhalla, stehen müssen. Doch die Steuerzentrale, wo sie sich mit Technikern und Polizei abgesprochen haben, stand oben, bei den Säulen. Für Sandra war der Abend, an dem sie den wichtigsten aller Knöpfe drücken durfte, trotzdem grandios.

Wir haben das Walhallafeuerwerk von der MS Fürstin Gloria und vom Ufer aus begleitet. Unser NewsBlog zum Nachlesen:

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