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Dienstag, 27. Juni 2017 34° 8

Literatur

Das blutige Erbe des Ersten Weltkriegs

Eine Buch gewordene Warnung an alle Nationalismus-Gläubigen heute. Der Historiker Robert Gerwarth macht eine erschreckende Rechnung auf, die katastrophalen Folgen des Ersten Weltkriegs betreffend.

München.Die Brutalität des Ersten Weltkriegs ist nicht nur tief im Gedächtnis der europäischen Völker verankert, sie war auch schon Thema vieler historischer Studien. Weniger Aufmerksamkeit fanden dagegen die katastrophalen Folgen dieses Krieges.

In seinem Buch „Die Besiegten. Das blutige Erbe des Ersten Weltkriegs“ macht der Historiker Robert Gerwarth eine erschreckende Rechnung auf. Danach kamen in bewaffneten Konflikten im Nachkriegseuropa über vier Millionen Menschen ums Leben, mehr Opfer, als der Erste Weltkrieg unter den Westalliierten gekostet hatte. Europa war damals die „mit Abstand gewalttätigste Region der Welt“.

Gerwarth beschreibt ein düsteres Szenario mit zerfallenden Staaten wie dem Zarenreich, der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich, Klassenkämpfen, nationalistischem Furor, Vertreibungen und Pogromen. Die Auflösung der europäischen Ordnung führte schnurstracks in den nächsten Weltkrieg. Das Buch ist eine Warnung an alle Nationalismus-Gläubigen.

- Robert Gerwarth: Die Besiegten. Das blutige Erbe des Ersten Weltkriegs, Siedler Verlag, München, 480 Seiten, 29,99 Euro, ISBN 978-3-8275-0037-3.

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