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Montag, 25. September 2017 20° 3

Foo Fighters: Concrete And Gold

Rock - RCA

  • Foo Fighters - Concrete And Gold
  • Eigentlich wollte Dave Grohl (vierter von links) mit seinen Foo Fighters nach "Sonic Highways" eine längere Pause einlegen. Weil Grohl aber ein ausgewiesener Workaholic ist und in den USA einiges schief läuft, veröffentlicht die Band nun "Concrete And Gold". Foto: Sony Music

Es ist eine Paarung, die auf den ersten Blick so gar nicht passen will: Ihr neuntes Studioalbum "Concrete And Gold" nahmen die Foo Fighters ausgerechnet mit Greg Kurstin auf. Der amerikanische Pop-Produzent und Multiinstrumentalist ist bekannt für seine Arbeit mit Künstlerinnen wie Sia, Pink und Lily Allen, er schrieb außerdem an "Hello" von Adele mit. Er hat aber auch eine eigene Band namens The Bird and the Bee, und in deren Mischung aus Indie und Electro-Pop hatte Foo-Fighters-Kopf Dave Grohl sich hoffnungslos verliebt. Ergebnis dieser Zusammenarbeit sind nun elf Songs, die an Queen, die Beach Boys, Pink Floyd, The Eagles und die Beatles erinnern.

Eine "Heavy-Metal-Sgt.-Pepper-Odyssee" habe Grohl vorgeschwebt - und tatsächlich trifft es jene Umschreibung ganz gut. Harte Gitarren-Riffs treffen auf große Arrangements und vielschichtigen Harmoniegesang, wie er in den 70er-Jahren populär war. Dafür luden die Foo Fighters zahlreiche namhafte Gäste ein: Die Backingvocals auf "The Sky Is A Neighborhood" und dem dreckig-bluesigen "La Dee Da" stammen von Alison Mosshart von The Kills, während Shawn Stockman von Boyz II Men für den nach Pink Floyd klingenden Titelsong über 30 Gesangsspuren aufnahm, um daraus einen gigantischen Chor zu basteln.

Auch Justin Timberlake (der lange geheime Gast-Superstar, über den wochenlang gerätselt wurde) und Inara George von The Bird and the Bee steuerten Backingvocals bei. Ach so, und Paul McCartney, ein langjähriger Freund der Band, spielt Schlagzeug auf dem von Foo-Fighters-Drummer Taylor Hawkins gesungenen, psychedelisch-fluffigen "Sunday Rain".

Die Veröffentlichung von "Concrete And Gold" ist übrigens eine kleine Überraschung. Eigentlich wollte die Mitte der 90-er gegründete Rockband sich eine längere Auszeit gönnen. Nachdem Grohl die letzte Foo-Fighters-Tour nach einem Sturz von der Bühne mit Gipsbein absolvieren musste, war er körperlich und mental erschöpft. Doch als sich die politische Lage in Amerika aufheizte, sprudelten die Songs einfach so aus ihm heraus.

"Concrete And Gold" ist verhältnismäßig gesellschaftskritisch ausgefallen. Das Eröffnungsstück "T-Shirt" ist inspiriert von der ersten Rede, die US-Präsident Donald Trump nach seinem Amtsantritt hielt; das wütende "Run" handelt von dem Wunsch, einfach wegzulaufen; in "The Line" prophezeit Grohl: "We fight for our lives / cause everything's on the line this time." Es geht ihnen diesmal also "um alles", und dabei erreichen die Foo Fighters zumindest einiges: Nach dem eher mittelmäßigen "Sonic Highways" ist "Concrete And Gold" eine rundum stimmige Platte.

Bewertung: ausgezeichnet

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