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Schlossfestspiele
Mittwoch, 18. Oktober 2017 20° 2

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Der Glanz bleibt Glorias Geheimnis

Es wird noch über keinen Top-Promi-Namen bei den Schlossfestspielen geraunt. Aber: Die Fürstin ist ja für Überraschungen gut.
Von Marianne Sperb, MZ

Mister Quincy Jones mit Gloria von Thurn und Taxis: Der legendäre Produzent von Michael Jackson, Jazz- und Komponistenlegende, kam 2015 zum Konzert von Zaz nach Regensburg. /ArchivFotos: altrofoto.de

Regensburg.Mit den Schlossfestspielen hat Regensburg ein kleines Juwel. Das privat veranstaltete Festival zieht jedes Jahr rund 30 000 Besucher an (zwei von drei kommen von auswärts), präsentiert Weltstars aus Klassik, Pop und Rock (zuletzt etwa Placido Domingo und Elton John) und es lockt die Prominenz. Gerade hat das Magazin „Festwochen“ den Spitzenplatz der Reihe bekräftigt: Das Ranking listete das Festival international unter die Top Ten der „schönsten Schlossfestspiele“ und platzierte es im bundesweiten Vergleich als Nummer eins.

Die Festspiele leben von drei Faktoren: dem Ambiente am Stammsitz der Fürstenfamilie, den Weltstars auf der Bühne – und dem Glamour. Wer kommt? Diese Frage wird jedes Jahr im Vorfeld mit Lust ventiliert. 2015 war Quincy Jones, der legendäre Produzent von Michael Jackson, einer der meistfotografierten Besucher im Schlosshof. Der umstrittenste Gast dürfte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán gewesen sein. Sein Besuch 2012 polarisierte; dass für ihn die ungarische Nationalhymne erklang, wurde später als Skandal kritisiert.

Der Davidshof zieht alle Blicke an

Stars aus Fernsehen und Kino, Grafen und Barone, Wirtschaftsbosse und hochgestellte Vertreter aus Kirche, Kultur und Politik: Insbesondere der Premierenabend mit dem Empfang von Gloria von Thurn und Taxis im Davidshof ist ein Hotspot der Promis – und der Punkt, auf den sich alle Blicke richten. Die kleine Willkommensparty läuft, mit sehr vereinzelten Ausnahmen, streng abgeschirmt ab. Vor Beginn der Vorstellung bringen sich deshalb am Tor jeweils Dutzende Kamera-Teams in schussbereite Position, um den Moment abzupassen, an dem die Fürstin mit ihren Gästen zu den reservierten Plätzen vor der Bühne strebt. Auf den 30 Metern vom Davidshof bis zur ersten Stuhlreihe klicken dann hektisch die Fotoapparate und die Kameras surren.

Kommt sie 2016? Elisabeth von Thurn und Taxis, mit Mutter Gloria

2016 könnte das Promi-Aufgebot, das Fotografen und Kameraleute vor die Linse bekommen, überschaubar sein. Offiziell ist die Gästeliste geheim, ein paar Namen sickern normalerweise aber immer durch. Anders in diesem Jahr: Die Insider blocken ab. Die eiserne Diskretion in diesem Punkt kann zweierlei bedeuten: Entweder haben sich nur wenige VIPs angesagt – oder es stehen Gäste auf der Liste, die so prominent sind, dass man sie vor unerwünschtem Andrang schützen möchte.

Nicht jeder VIP liebt die Kameras

Nicht jeder VIP steht gern im Rampenlicht. Der weltmeisterliche Torhüter Manuel Neuer etwa wollte 2014 mit Freundin Kathrin Gilch zum Auftritt von Superstar James Blunt kommen, sagte aber kurzfristig ab, als sein Besuch bekannt wurde: Keine Lust auf Rummel. Und „Teufelsgeiger“ David Garrett machte 2013 unangenehme Erfahrungen, als er wegen seines lässigen Looks öffentlich abgekanzelt wurde, und mied die Kameras lieber.

Die Stars und Sternchen der Schlossfestspiele:

Stars und Sternchen bei den Schlossfestspielen

Einige Mitglieder aus Glorias Familie dürften 2016 fest gesetzt sein: Mutter Beatrix von Schönburg-Glauchau, Schwester Maya, Ex-Schwager Mick Flick, der Unternehmer und Kunstsammler, und Fritz von Thurn und Taxis. Der frühere Sportreporter ist ein Liebling der Medienvertreter, immer für ein lockeres Statement gut. Stammgast ist auch Bruder Alexander von Schönburg (Bild-Chefredaktion und „Chef“ des gräflichen Zweigs der Familie), der sich mit Hingabe und Ironie den Randthemen des Lebens widmet („Smalltalk: Die Kunst des stilvollen Mitredens“) und über Erkenntnisse aus 500 Jahren Familienerfahrung in sozialem Abstieg räsoniert („Die Kunst des stilvollen Verarmens“).

Bayerns Politiker sind gut vertreten

2013: Ministerpräsident Horst Seehofer mit Frau und Fürstin

Die Frage, wer sich beim Defilée am Freitag sehen lässt, bleibt spannend. Die bayerische Politikerriege, unter anderem mit Horst Seehofer und Emilia Müller, ist traditionell gut vertreten beim Festival und dürfte sich auch 2016 blicken lassen. Glorias Kumpel André Leon Talley dagegen, „Mr. Vogue“ aus New York, kommt 2016 nicht, wie vorab bekannt wurde.

MZ-Spezial: Alles Wichtige zu den Schlossfestspielen!

Wer ziemlich sicher am Premierenabend fehlen wird: die drei Kinder der Fürstin. Tochter Maria Theresia Wilson bleibt angeblich dieses Jahr lieber bei Töchterchen Mafalda, inzwischen knapp ein Jahr alt, und ihrem Mann, Künstler Hugo Wilson in London. Prinzessin Elisabeth, international gut unterwegs als Buchautorin und Journalistin, hatte zuletzt im SZ-Interview bekannt, dass ihr das Schloss lange peinlich war und sie als Mädchen in Regensburg unter ihrem Namen litt. Und Fürst Albert fühlt sich, wie er öfter durchblicken lässt, in der Motorsport-Szene wohler als bei Oper und meidet den fürstlichen Glamour in Regensburg eher.

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