Gesundheit - Artikel 26.06.2012, 21:10 Uhr

Mit dem Obst kommt das Kreuz mit Kreuzallergien

Was hat die Birke mit dem Apfel zu tun? Sie haben den gleichen Allergieauslöser. Deshalb müssen viele Pollenallergiker nun schon wieder leiden.

Pollenallergiker haben es schwer. Wen die Birke quält, dem bekommt oft auch die Kirsche nicht. Foto: dpa-Archiv

Pollenallergiker haben es schwer. Wen die Birke quält, dem bekommt oft auch die Kirsche nicht. Foto: dpa-Archiv

Mönchengladbach. Die Erdbeeren sind reif, die Kirschen werden schon rot: Für mehr als die Hälfte der zwölf Millionen Pollenallergiker in Deutschland beginnt nun wieder die Zeit des Verzichts, denn der ansonsten so gelobte gesunde Genuss bestimmter Obst- und Gemüsesorten bereitet vielen Pollenallergikern Probleme.

Doch welche Obst- und Gemüsesorten müssen bei welcher Pollenallergie vermieden werden? Dazu gibt es viele Aufstellungen, die allerdings wenig Platz für individuelle Vorlieben lassen. Die neue Kreuzallergie-Karte des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) zeigt dem Pollenallergiker im Pocket-Format auf, wie die Verträglichkeit einzelner Obst- und Gemüsesorten bei der jeweiligen Allergie zu bewerten ist. Mit Hilfe eines Farbsystems können schnell verträgliche von unverträglichen Sorten unterschieden werden.

Wenn die Erle mit der Kirsche …

Kreuzallergien sind keine neuen Allergien, sondern basieren auf einer vorhandenen Pollenallergie. Das Immunsystem des Körpers kann bei einer Kreuzallergie nicht unterscheiden, ob der Auslöser von der Polle oder vom Lebensmittel kommt, da die Proteinstrukturen (Allergieauslöser) identisch sind, wie beispielsweise bei den Birkenpollen und dem Apfel oder den Gräserpollen und der Tomate. So treten bei einer Pollenallergie auf früh blühende Bäume und Sträucher (Birke, Erle, Hasel) im über 50 Prozent der Fälle gleichzeitige Lebensmittel-Allergien auf Nüsse und einige rohe Obstsorten aus der Familie der Rosengewächse, wie Apfel, Birne, Pfirsich, Pflaume, Kirsche und Mandel auf.

Manche Allergene sind hitzestabil

Wer als Allergiker trotzdem nicht auf Obst und Gemüse verzichten möchte, dem können einige Tipps weiter helfen (siehe Infotext). Leider ist der Umgang mit den Kreuzreaktionen nicht immer so einfach. Bei Pollenallergikern, die auf Beifuss reagieren, können Kreuzreaktionen auf Sellerie auftreten oder bei Haselpollenallergikern auf Haselnüsse. Hier sind die Allergene hitzestabil, so dass weder Verarbeiten noch Kochen eine Änderung herbeiführen. Nicht nur die Nuss im Studentenfutter, sondern auch die im Kuchen oder in der Schokolade muss dann gemieden werden. Patienten mit Kreuzallergien sollten eine individuelle Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. Der DAAB ist gerne bei der Vermittlung behilflich.

Die neue Kreuzallergie-Karte des DAAB hilft mit einer Übersicht der häufigsten Kreuzallergien und Tipps für den Alltag. Die Karte kann kostenfrei bestellt werden unter: Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB), Fliethstr. 114, 41061 Mönchengladbach, Email: info@daab.de, Tel (0 21 61)81 49 40

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