Gesundheit - Artikel 27.03.2012, 20:29 Uhr

Pläne für den Suizid der Krebszellen

Martina Müller-Schilling ist die erste Frau auf einem Lehrstuhl für Gastroenterologie. Und sie ist Mutmacherin: für Ärztinnen und Krebskranke.


        Die Krebsforschung vorantreiben und den Nachwuchs fördern, hat sich Prof.Martina Müller-Schilling auf die Fahnen geschrieben.Foto: Klinikum

Die Krebsforschung vorantreiben und den Nachwuchs fördern, hat sich Prof.Martina Müller-Schilling auf die Fahnen geschrieben.Foto: Klinikum

Von Heinz Klein, MZ

Regensburg. Mit der Berufung einer Frau auf einen großen klinischen Lehrstuhl hat die Universität Regensburg Zeichen gesetzt. Auch die Stiftung „Beste Köpfe“ der Universität setzte ein Zeichen und unterstützt mit rund 75000 Euro die Forschungsarbeit der Professorin. Das nächste Zeichen kam von „Bayern e.V.“, dem Zusammenschluss der bayerischen Universitäten, der ebenfalls 15000 Euro Preisgeld ausschüttete.

Weitere Zeichen fand Martina Müller-Schilling in ihrem Postfach. „Jetzt glaube ich wieder, dass sich Leistung lohnt“, steht in Briefen junger Medizinerinnen. Auch Sätze wie „das macht uns Mut“ haben Ärztinnen geschrieben. Solchen Mut macht die Professorin gerne. „Ich kann jede Medizinerin nur ermutigen, weder auf die Karriere noch auf die Familie zu verzichten“, sagt die Mutter eines 14-jährigen Sohnes der Süddeutschen Zeitung. Und zur MZ sagt sie: „Ich bin gerne Vorbild.“

Wenn der Wächter des Genoms irrt

Mut machen möchte die Wissenschaftlerin aber nicht nur Kolleginnen, sondern auch Patienten. „Wir möchten für die Menschen da sein“, sagt sie. Man könne auch mit kleinen Sorgen in eine große Universitätsklinik kommen, lautet die Botschaft. Eine Reihe von Informationsveranstaltungen und ein Lebertag soll Berührungsängste abbauen und der Prävention dienen.

Mut machen kann auch die Forschungsarbeit der Gastroenterologin. Am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg arbeitete Martina Müller-Schilling am programmierten Zelltod. Diese Arbeit wird sie in Regensburg fortsetzen. Ziel ist es, in der Grundlagenforschung gewonnene Erkenntnisse in der klinischen Medizin anzuwenden. Es geht schlicht darum, Tumorzellen dazu zu bringen, ein Suizidprogramm einzuschalten.

In jeder Sekunde entstehen im menschlichen Körper Krebszellen. Sogar seit Beginn des Lesens dieses Artikel haben sich Tumorzellen im Körper gebildet. Gott sei Dank hat der Wächter des Genoms, das Gen p53, alles im Griff. Es kontrolliert beschädigte und mutierte Zellen. Wenn der Schaden zu groß ist, um noch repariert werden zu können, gibt es für diese Zelle keinen TÜV-Stempel mehr. Dann befiehlt p53 die Vernichtung der Zelle.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo