Gesundheit - Artikel 07.08.2012, 15:12 Uhr

Zum Entspannung Bäume umarmen

Yoga im Büro: Das hört sich komplizierter an, als es ist. Mit kleinen Übungen findet man auch in kurzen Pausen Entspannung und Gelassenheit.

Die Augen schließen, ruhig atmen: Business-Qigong-Trainer Awai Cheung zeigt, wie man korrekt „den Baum umarmt“. Dass sich der eine oder andere beim ersten Mal komisch vorkommt, ist kein Problem: Lachen ist durchaus erwünscht. Foto: dpa

Die Augen schließen, ruhig atmen: Business-Qigong-Trainer Awai Cheung zeigt, wie man korrekt „den Baum umarmt“. Dass sich der eine oder andere beim ersten Mal komisch vorkommt, ist kein Problem: Lachen ist durchaus erwünscht. Foto: dpa

Von Tobias Schormann, dpa

Berlin. „Erleuchtung in der Mittagspause“ oder eine „Acht-Minuten-Energiedusche“ - das sollen Techniken wie Yoga, Tai Chi und Qigong fürs Büro bringen. So versprechen es zumindest die vielen Ratgeber, die es zum Thema gibt. Sie wecken große Erwartungen: Einmal kurz am Schreibtisch meditieren, und schon ist aller Stress weg. Ganz so einfach ist es aber nicht. Und auf dem Weg zur buddhistischen Gelassenheit sind ein paar Hemmschwellen über überwinden. Denn das Abschalten auf asiatische Art sieht erst einmal etwas komisch aus.

Die drei B – Baum, Ball, Blüte

Wenn Awai Cheung sich entspannen will, umarmt er als Erstes einen Baum. Als Zweites formt er einen Ball. Und als Drittes öffnet er eine Blüte. Natürlich alles nur in seiner Vorstellung. Oder besser gesagt: in seinem Kosmos. Darin dreht sich alles um die Energie, das Qi. Die „Drei B“-Übung – für Baum, Ball, Blüte – nennt der 44-jährige Chinese aus Berlin das. Sie kommt aus dem Qigong, einer traditionellen asiatischen Technik. Seit mehr als zehn Jahren lehrt er seine Variante fürs Büro: Business-Qigong. Auch für Yoga oder etwa Tai Chi gibt es solche „Business“-Abwandlungen.

Inzwischen zählten große Firmen zu seinen Kunden, erzählt Cheung. Die asiatischen Techniken seien in der Geschäftswelt angekommen. Das sieht auch Prof. Dirk Windemuth vom Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung so. Vor zehn Jahren hätten in den deutschen Unternehmen viele über Yoga oder Qigong im Büro noch den Kopf geschüttelt. „Die Akzeptanz ist inzwischen gestiegen.“

Mit Esoterik habe das nichts zu tun, versichert Cheung. Solche Übungen seien auch etwas für Berufstätige ohne „Räucherstäbchen-Mentalität“. Schon ein paar Minuten reichten – zum Beispiel für eine Runde Finger-Qigong: Die eine Hand formt ein „Victory“-Zeichen, Daumen und Zeigefinger der anderen ein „O“. Dann so schnell wie möglich wechseln – das soll die Koordination verbessern. „Das können Sie jederzeit dazwischenschieben.“ Oder Büromitarbeiter schießen ein paar Energiepfeile gegen den Stress ab: Dazu spannen sie in Gedanken einen Bogen. Daumen und Zeigefinger der linken Hand bilden ein „L“, die rechte Hand eine Faust. Jetzt die Arme kraftvoll auseinanderziehen und so den Bogen spannen.

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