Ungebetene Einwanderer im Garten
Viele der sogenannten Neophyten sind bei uns heimisch geworden. Eine kleine Anzahl bereitet aber Probleme.
Kreisfachberater Josef Sedlmeier hat in den Flussauen hinter der Regensburger Donau-Arena Bestände von Sachalin-Knöterich entdeckt. Das Gewächs wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts als Zierpflanze eingeführt. Problem: Die Rizome wachsen bis zu vier Meter in die Tiefe und Breite. Foto: Ebner
REGENSBURG. Pflanzen kennen keine politischen oder geografischen Grenzen. Sie wachsen dort, wo sie sich wohlfühlen. In einer Zeit des weltweiten Handels und Verkehrs bleibt es nicht aus, dass Samen oder ganze Exemplare von Pflanzen sich auf anderen Kontinenten und Ländern niederlassen, als sie ursprünglich vorkamen.
Die bei uns „zugewanderten“ Pflanzen werden als „Neophyten“ bezeichnet, erklärt Josef Sedlmeier, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Regensburg. Für Pflanzen in Gärten oder landwirtschaftliche Nutzpflanzen gilt diese Unterscheidung nicht. Als Grenzjahr wurde 1492 (Entdeckung Amerikas) festgesetzt.
Starker Ausbreitungsdrang
Viele der neuen Pflanzen seien mittlerweile nicht mehr aus unser Landschaft wegzudenken. Sedlmeier nennt hier als Beispiel die Rosskastanie, den „Biergartenbaum schlechthin“. Im Frühjahr sieht man oft den Winterling, den Sibirischen Blaustern oder – in seltenen Fällen – die Schachbrettblume.
Sie gelten mittlerweile als „eingebürgert“, so der Fachberater. Nur eine ganz kleine Zahl der Neophyten bereite Probleme, da sie durch starken Ausbreitungsdrang oder gesundheitsschädigende Bestandteile die bestehende Pflanzenwelt und auch den Menschen gefährden können“. Diese Arten bezeichnet man als „invasiv“.
„In Deutschland werden derzeit etwa 12.000 Pflanzenarten als Zuwanderer gezählt. Davon haben etwa 1000 Stück sich mehr oder weniger halten können. Ungefähr 400 Pflanzen leben derzeit stabil in unserer Umgebung und nur etwa 30 Arten werden als problematisch angesehen.“
Bei genauerer Betrachtung blieben dann weniger als zehn Arten übrig, die wirklich Probleme bereiten können, betont der Fachberater und nennt Beispiele: Der Riesenbärenklau (Herkulesstaude; Heracleum mantegazzianum) ist eine imposante Erscheinung mit seinen bis zu vier Meter hohen Blütenständen und den riesigen geschlitzten Blättern.





