Das Bier fließt in diesem Spiel in Strömen
Auch wenn der Oktoberfest-Manager seine Schwächen hat, birgt das neue Simulationsspiel – wie die echte Wiesn – eine hohe Suchtgefahr.
Die Gäste im Oktoberfest-Manager haben Durst. Foto: Tischner
In einer Woche ist es wieder soweit. Die bayerische Landeshauptstadt bereitet sich auf den alljährlichen Ausnahmezustand während der Wiesn vor. Wer selbst schon ganz aufgeregt auf das „O’zapt is!“ des Münchner Bürgermeisters wartet, der kann sich das Oktoberfest nun auch auf den eigenen Rechner oder das iPad holen. In einem neuem Simulationsspiel kann sich der Spieler vom Imbissbuden-Besitzer zum gestandenen Wiesn-Wirt hocharbeiten.
Ziel des „Oktoberfest-Managers“ ist der Gewinn des Anstichs im eigenen Festzelt. Dafür muss ordentlich Geld in die Kasse fließen. Das erfordert die richtige Strategie: Wo soll das eigene Zelt stehen? Wie viele Bedienungen werden eingestellt und wie tief ist der Dirndlausschnitt? Was kostet die Maß Bier? Die Wiesn-Erfahrung der Macher wird an den liebevoll neckischen Details deutlich. Der Spieler muss sich für einen Wirt-Charakter entscheiden. Da wären der bierbäuchige Stammtisch-Wirt, der ehemalige Hühnerzüchter und der Frauenaufreißer aus der Promi-Gastronomie. Wer für ordentlich Stimmung im Zelt sorgen will, kann die Sillertaler Mützenjäger oder Mansi Minterseer und Band buchen. Mit etwas Glück schauen auch Ede Stotter, Heidi Bum oder Olaf Titan in der Promi-Box vorbei und sorgen für Besucherzulauf. Alles natürlich im Dienst des größeren Bierumsatzes.
Ist das Spiel gestartet, zeigt sich schnell das größte Manko des Spiels. Sehr viele Einflussmöglichkeiten auf die Spielfiguren gibt es dann nicht mehr. Großen Spaß macht allerdings das Werkeln in der Bierpanschküche. Doch Vorsicht! Hier reagieren die Besucher ganz lebensecht. Ist die Mischung zu verwegen, rebellieren die Mägen. Da rächt es sich dann, wenn der Wirt nicht genügend Putzfrauen angestellt hat.
Mit dem „Oktoberfest-Manager“ ist es wie mit der echten Wiesn. Beide haben ihre Schwächen, aber die Suchtgefahr ist trotzdem hoch. Die Grafik könnte insgesamt noch etwas mehr Pepp vertragen, doch vielleicht stören sich die traditionsbewussten Wiesn-Fans auch gar nicht daran. Für sie lohnt sich die Anschaffung jedenfalls mit Sicherheit. Für den PC ist das Spiel für 19,99Euro zu kaufen. Die App für Mac steht zum Preis von 14,99 Euro im Store. Die iPad-App kostet 3,99 Euro. (ct)
