Das Rosenpalais blüht wieder auf
Statt Sterneküche gibt’s in dem noblen Barockbau jetzt Pizza und Pasta. Ein junges Team setzt auf soliden Italo-Standard.
Stefania serviert im Restaurant „Bella Rosa“ eine reich dekorierte Pizza Speciale. Foto: altrofoto.de
Das Rosenpalais war in Regensburg lang die Adresse für Gourmets. Sternekoch Christian Graf von Walderdorff brachte in dem Gartenschlösschen erlesene Menüs auf den Tisch.
Seit Anfang Juli heißt das Restaurant Bella Rosa und statt edler Kreationen wird solider Italo-Standard serviert: Pizza, Pasta, Salate, ein wenig Fleisch und Fisch. Eine Konstante hat sich gehalten: das herausragende Barockambiente mit bildschönem Gastro-Garten, in dem der Gast zwischen Rosenranken und Bäumen sitzt. Das ist an lauen Abenden ein Genuss für sich. Die Klientel ist deutlich jünger geworden, und an dem Samstagabend, an dem wir testen, sind eine Reihe schöner junger Frauen zu Gast. Das sagt zwar nichts über die gastronomische Qualität aus, fiel uns aber auf.
Die Weinkarte lockt mit interessanten Gewächsen, der Service ist herzlich, frisch und engagiert. Der Gast spürt: Hier ist ein Team am Werk, das sich familiär-freundschaftlich verbunden ist. Pizza und Pasta machen das Gros der Karte aus. Die Spaghetti mit Rucola und Tomaten blieben beim Testessen etwas fad, die Pizza hätte einen Kick knuspriger sein können.
Das Filetto alla Griglia – im zweiten Anlauf wie bestellt rare-medium serviert – zerging dafür auf der Zunge und war von exzellenter Qualität, das Spinatrisotto hatte gerade den richtigen Biss. Die Kapern-Pfeffer-Beilage war nicht mein Fall: zu intensiv-säuerlich. An der üppigen Portion Scampi vom Grill gab’s nichts zu kritteln; die Meeresfrüchte waren saftig, das Gemüse-Sortiment gut. Das Gleiche galt für die Antipasti (die Paprika von der Haut befreit!), die wir als Vorspeise hatten.
Die Panna cotta setzte dem Abend ein kleines Glanzlicht auf. Der Hang zum Deko-Aktionismus, der sich bei den Hauptgerichten in schwer zu bändigenden Rucola-Stängeln manifestierte, schlug allerdings auch bei der Nachspeise durch: Ich persönlich hätte auf Schokosauce und Beeren gut verzichten können. Aber: Diese Sahnecreme hatte nichts mit den elfenbeinfarbenen Knödeln zu tun, auf die man manchmal trifft und die sich wie Neopren kauen. Das Dessert im Bella Rosa war geschmeidig, hausgemacht, mega-vanillig-sahnig – mmhhh!

