Die Knolle und ihr Grün
Sternekoch Thomas Kellermann könnte ganze Bücher mit Fenchel-Rezepten füllen: gekocht, geschmort, gebraten oder im eigenen Saft gegart.
Fenchel-Freaks lieben ihn mit Haut und Haaren. Foto: Sabine Franzl
Beim Fenchel kommt Gemüse-Fan Thomas Kellermann ziemlich ins Schwärmen. Man könne die Knolle kochen oder schmoren, braten oder im Saft garen. Roh gehobelt verfeinere sie jeden Salat, ihr zartes, aniswürziges Grün harmoniere wunderbar mit Ziegenquark. Entsaften zusammen mit Ananas sei ein Gedicht. Sogar für ein Eis sei Fenchel geeignet. Und als feines Püree entfalte er ein geradezu unglaubliches Aroma... „Ich könnte Bücher mit diesem Gemüse füllen“, sagt der Zwei-Sterne-Koch vom Restaurant „Kastell“ auf der Burg Wernberg.
Nicht nur ihre Vielseitigkeit, auch ihre Inhaltsstoffe sprechen für die Knolle und ihr Grün. Sie sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. 200 Gramm decken bereits ein Viertel des Tagesbedarfs an Calcium. Fenchel enthält doppelt so viel Vitamin C wie Orangen. Auch Eisen und Folsäure, Vitamin A und E kommen in größeren Mengen vor. Die ätherischen Öle, die das typische Aroma bewirken, lindern – wie im Fencheltee, der aus den Samen, Früchten und Wurzeln bereitet wird – Blähbauch und Völlegefühle.
Aber Fenchel polarisiert. Viele lehnen ihn ab. „Die meisten wissen ja gar nicht, wie er schmeckt – nämlich anders als der Tee“, sagt Thomas Kellermann. Kellermanns Rezepte für das Püree und die Fenchelspalten in Pergament sollen all jene bekehren, die dem Fenchel bisher nicht grün waren. Sie müssen ihm nur mal eine Chance geben. Und die Fenchel-Freaks dürfen einfach nur genießen.

