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Donnerstag, 23. März 2017 11° 5

Antifa bedroht Reporter

Angst vor Nazi-Spitzeln treibt bei Mahnwache seltsame BlütenVon Franz Nopper

Gegen Nazis auf der Straße; ohne das Gesicht zu zeigen. Foto: nfx

Regensburg. Glockengasse, acht Uhr abends. Ein großes Polizeiaufgebot sperrte die Gasse auf einer Länge von ca. 20 Metern ab, als Freigehege für die Horde der NPD. Tatsächlich waren diesmal nur etwa 10 Aktivisten gekommen, so dass Passanten sich schon wunderten und witzelten, weshalb man wegen der „paar Hansel so viel Trara„ machte.

Trara machte aber nicht nur die Polizei. Zu der Mahnwache waren auch etwa 30 junge Leute gekommen, die lautstark gegen die Rechten wetterten. Mehr gibt es davon kaum zu berichten.

Jedoch kam es für einen Reporter der Rundschau-Redaktion zu einer schwer einzuschätzenden Situation, als er versuchte, das Geschehen zu fotografieren. Ein Vermummter, der auf der Seite der Mahnwachengegner linke Parolen mitgerufen hatte, kam auf den Mann zu und hielt ihm die Hand vors Objektiv. Bald darauf kamen vier weitere, vermutliche Anhänger der Antifa hinzu, die dem Reporter Gewalt androhten, damit er die Arbeit einstellte. Mehrmals wurde ihm vorgeworfen, er sei selbst ein Nazi und wolle die Fotos den rechten Schlägern oder der Polizei übergeben, damit diese „Jagd auf Antifaschisten“ machen könnten.

Als für kurze Zeit ein Sprechgesang der Rechten die selbst ernannten „Ordner“ ablenkte, flüchtete der Reporter ins nahe gelegene evangelische Kulturzentrum. Da machte er Notizen und sichtete die wenigen Bilder. Dorthin wurde er jedoch von dem Vermummten verfolgt, der ihn schließlich mit zwei weiteren Jugendlichen auf einer Bank im Foyer des Hauses festsetzte. Man forderte ihn auf, seine Aufzeichnungen herauszugeben, obwohl er sich mehrmals als Berichterstatter zu erkennen gab. Mit dem Rücken zur Wand, befreite ihn schließlich die wachsame Polizei, ehe Schlimmeres geschehen konnte. Auch er erhielt zu seinem Schutz einen Platzverweis.

Derlei Übergriffe Autonomer auf Pressevertreter sind keine Seltenheit. In linken Internet Diskussionsforen wie Indymedia wird offen ausgesprochen, dass Bildberichterstatter sich in Gefahr begeben, wenn sie die meist gewaltbereiten Jugendlichen ablichten. Oft liest man dort den klugen Rat, sich vorher mit den Organisatoren abzusprechen. Leider gab es in diesem Fall keine erkennbare Organisation. Die Gruppe Jugendlicher war nicht als homogen linksextrem, geschweige denn organisiert zu erkennen. Ein weniger agressiver Teilnehmer der linken „Gegendemo“ bedauerte das unüberlegte Handeln der „Aussenseiter“ und distanzierte sich davon.

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