Nachrichten 19.09.2012, 23:15 Uhr

Ab 2013 mehr freie Plätze in den Zelten

Ohne Reservierung müssen die Gäste oft vor den Zelten bleiben - wegen Überfüllung kein Einlass. Im kommenden Jahr soll dies anders werden.

Die Bierzelte auf der Wiesn sind stets gut gefüllt.

Die Bierzelte auf der Wiesn sind stets gut gefüllt.

München. Der neue Wiesn-Chef Dieter Reiter will in den Bierzelten mehr freie Plätze für Gäste ohne Reservierung schaffen. Am nächsten Dienstag wolle der Wirtschaftsausschuss des Stadtrates über neue Reservierungsregeln auf dem Oktoberfest entscheiden, bestätigte der Sprecher des Wirtschaftsreferats, Wolfgang Nickl, am Mittwoch einen Bericht des „Münchner Merkur“. Geht der Vorschlag des Wirtschaftsreferenten und SPD-Oberbürgermeisterkandidaten durch, würde die Änderung vom kommenden Jahr an gelten - sie könnte ab 2013 bis zu 150 000 freie Plätze mehr bedeuten.

Reiter wolle damit für eine gerechtere Verteilung der reservierungsfreien Plätze sorgen, sagte Nickl. Mehr Gäste sollten so die Chance haben, spontan auf die Wiesn zu gehen. Das betreffe vor allem Besucher aus München und dem Umland.

Für eine Reservierung müssen Gäste beim Wirt Gutscheine für Speisen und Getränke kaufen, in den großen Zelten kosten sie zwischen 20 bis 80 Euro. Allerdings sind diese Reservierungen kaum zu bekommen, da sich die Anfragen bei den Wirten schon stapeln, bevor sie überhaupt ihre Zulassung für die nächste Wiesn haben.

Bislang müssen von Montag bis Freitag ein Drittel der Plätze im Mittelschiff frei bleiben, am Wochenende dürfen bis 17.00 Uhr gar keine Plätze und danach nur die Hälfte der Plätze im Mittelschiff reserviert werden. Die Boxen und auf den Galerien darf hingegen immer reserviert werden. Das führte laut „Merkur“ in den vergangenen Jahren dazu, dass einige Wirte die Mittelschiffe verkleinerten und dafür mehr Plätze in Boxen und auf den Galerien anboten.

Reiter schlägt dem Stadtrat nun vor, dass künftig von Montag bis Freitag 25 Prozent aller Plätze, an Wochenenden und Feiertagen bis 15.00 Uhr die Hälfte und danach 35 Prozent frei bleiben müssen. Dem Vernehmen nach könnten damit während der Oktoberfest-Zeit insgesamt bis zu 150 000 Plätze mehr frei bleiben.

Die Wirte wehren sich gegen die neuen Reservierungsregeln. Sie argumentieren dem Zeitungsbericht zufolge, dass die Ankündigung von einem größeren reservierungsfreien Kontingent noch mehr Besucher dazu verleiten könnte, sich lange vor Zeltöffnung anzustellen - das würde die Situation an den Samstagen noch verschärfen: Der Bedarf an Plätzen stehe in einem solchen Missverhältnis zu den vorhandenen Plätzen, dass dies nicht aufgefangen werden könne.

Wirtesprecher Toni Roiderer befürchtete laut „Merkur“ zudem, dass dann Verkäufe über das Internet noch mehr zunehmen würden. Auf diesem Graumarkt werden Tisch-Reservierungen schon jetzt für bis zu vierstellige Summen gehandelt. „Der Schuss kann nach hinten losgehen“, sagte Roiderer.

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