Nachrichten 17.06.2012, 14:52 Uhr

Kräuter gehören in die Küche

Schon früher bei den Mönchen im Kloster wurde ihre Würzkraft geschätzt. Heute sind sie ein fester Bestandteil in jedem Gemüsegarten.

Ein paar Rosmarinzweige sorgen für die gute Optik – im Gericht begleiten sie die Pfifferlinge. Foto: Röhrl

Ein paar Rosmarinzweige sorgen für die gute Optik – im Gericht begleiten sie die Pfifferlinge. Foto: Röhrl

Von Gabi Röhrl

Weltenburg. Anliegen vieler religiöser Gemeinschaften war Autarkie, was praktisch einer existenziellen Unabhängigkeit gleichkam. Damit verbunden war die Selbstversorgung mit allem Lebensnotwendigen. Nach diesem Prinzip war insbesondere die Regel des Heiligen Benedikt ausgerichtet.

Der eigene Garten spielte für die Benediktiner immer eine tragende Rolle: Obst und Gemüse für die tägliche Ernährung, heilkräftige Kräuter für die medizinische Abteilung. Für Letztere war ein sogenannter Arzneigarten angelegt. Schließlich war das noch bis Ende des 19. Jahrhunderts die einzige Form einer Heilung spendenden Wirkstoffgewinnung. Man hatte dafür reichlich Erfahrung. Zunehmend wurde auch die Würzkraft vieler Kräuter für die Klosterküche nutzbar gemacht. Ihre ätherischen Öle verleihen Gerichten ein prägendes Aroma.

Wie man den überkommenen Kochbüchern entnehmen kann, waren Thymian & Co meist nicht nach Lehrbuch im Einsatz und damit war der Fantasie des Kochs keine Grenzen gesetzt. Allemal entstanden, Wohlbefinden und Gesundheit fördernde, Gerichte von großer Bandbreite. Darunter Köstlichkeiten wie die Thymian-Rohrnudeln – nachfolgend das Rezept: Hefe mit warmer Milch und Mehl verrühren. Das Dampferl – so der Fachausdruck – etwa 30 Minuten gehen lassen. Dann die restlichen Zutaten zugeben. Alles gut verkneten und zugedeckt an einem warmen Ort 20 Minuten gehen lassen. Den Teig mit Hilfe eines Kochlöffels gut abschlagen und daraus anschließend fünf Zentimeter große Kugeln formen. Diese in flüssiger, lauwarmer Butter wälzen und in eine Reine schlichten. Noch einmal gehen lassen, bis die Nudeln doppelt so groß sind. Im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad 45 Minuten backen, bis sie an der Oberfläche goldbraun sind.

Die Pfifferlinge säubern und klein schneiden. Die Zwiebeln fein hacken, in Butter andünsten, die Schwammerl dazugeben und weitere zehn Minuten leicht dünsten. Das überschäumende Wasser abgießen. Mit Salz und Pfeffer gut würzen. Die Sahne hinzufügen und kurz aufkochen lassen. Jetzt den Sauerrahm mit Mehl verrühren, dazugeben und weitere drei Minuten kochen lassen. Abschmecken, mit den Rohrnudeln anrichten und mit frischen Kräutern garnieren.

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