MZ-Kommentar: Politik unter Strom
Der Anschluss der Oberpfalz an den internationalen Bahn-Verkehr ist eine schier unendliche Geschichte. Zeit für ein Happy End. Im Wahljahr 2013 wäre eine gute Gelegenheit dafür.
Die einzige stromlose Strecke auf der künftigen transeuropäischen Bahntrasse von Rostock bis Belgrad führt durch die Oberpfalz. Das ist langsam sogar den Politikern in Berlin peinlich, zumal jetzt auch die Bahn AG auf der Suche nach Entlastungsstrecken für den internationalen Güterverkehr die Oberpfalz als Transitland entdeckt hat. Die Elektrifizierung der Trasse ist also nicht mehr nur politisch, sondern auch wirtschaftlich ein absolutes Muss.
Minister Ramsauer wähnt sich aus dem Schneider, wenn er lapidar auf den Bundesverkehrswegeplan verweist. Das genügt aber nicht. Er muss jetzt, wenn er schon so von dem Projekt überzeugt ist, der Bahn schriftlich Planungssicherheit geben. Dann wäre publikumswirksam das erste Kapitel des Happy End geschrieben.

