US-Milliardär kritisiert Merkels Entscheidungen
George Soros befürchtet, dass die Bundeskanzlerin Europa in die falsche Richtung führt. Er will Finanzspritzen statt Sparauflagen.
US-Milliardär George Soros
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US-Milliardär Soros: Merkel führt Europa in die falsche Richtung - Statt Sparauflagen Finanzspritzen für Krisenstaaten verlangt =
Berlin, 12. Februar (AFP) - Scharfe Kritik am Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der US-Multimilliardär George Soros geübt. „Ich bewundere Kanzlerin Merkel für ihre Führungsstärke. Aber leider führt sie Europa in die falsche Richtung“, sagte Soros dem Magazin „Spiegel“ laut Vorabmeldung vom Sonntag. Statt die europäischen Krisenstaaten nur zum Sparen zu zwingen, müsse die Konjunktur mit Finanzspritzen belebt werden, verlangte Soros, „sonst wiederholen wir die Fehler, die Amerika 1929 in die Große Depression geführt haben“.
Es sei auch falsch gewesen, Griechenland nur gegen die Zahlung hoher Zinsen Hilfskredite zu gewähren, sagte Soros weiter. „Deswegen ist das Land heute gar nicht mehr zu retten. Und genauso wird es Italien ergehen, wenn wir das Land in die Zwangsjacke gewaltiger Zinszahlungen stecken.“
Für den Fall einer Pleite Griechenlands befürchtet der Milliardär, der als Hedgefonds-Manager reich geworden ist, „einen Run auf Bankschalter in Italien und Spanien“. Er rechne jedoch damit, dass Europa Griechenland zunächst noch einmal retten werde, um ein solches Szenario zu vermeiden.
Das Parlament in Athen sollte in der Nacht zum Montag über ein drakonisches Sparpaket abstimmen, dass die internationalen Geldgeber zur Bedingung für weitere Milliardenhilfen gemacht haben. Sollten keine weiteren Hilfen gewährt werden, droht Griechenland im März der Staatsbankrott.


