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Dienstag, 28. März 2017 17° 2

Barbaras boshaftes Abc:A wie Adam und Eva

Barbara Junghans lebt und arbeitet als AutorinIn Regensburg

Sie waren die ersten Menschen und hatten folglich keine große Auswahl (genau genommen überhaupt keine) hinsichtlich des Partners oder der Partnerin. Eva musste also zufrieden sein mit ihrem Adam und er mit ihr. Dass sie aus einer seiner Rippen erschaffen worden war, störte ihn nicht weiter – im Gegenteil. Er war von Anfang an davon überzeugt, Gott der Herr habe ihn so perfekt geschaffen, dass nicht einmal diese fehlende Rippe eine Beeinträchtigung seiner Vollkommenheit bedeutete.

Fehlte sie ihm tatsächlich? Eine interessante Frage, denn so genau geht das aus der Bibel eigentlich nicht hervor. Und da war ja immer noch jener zusätzliche Körperteil, den man auch als „kleinen Unterschied“ bezeichnet, der ihm ein wunderbares Gefühl der Überlegenheit und Vorrangstellung gegenüber Eva gab. (Was heißt hier gab – gibt er doch heute noch!)

Wieso und warum dieses vergleichsweise unscheinbare und optisch doch reichlich unattraktive Attribut eine derartige Bedeutung erlangen konnte, ist natürlich klar. Adam besitzt die Fähigkeit der Zeugung. Aber er wäre verflixt schlecht dran, wenn ihm Eva seine Kinder nicht austragen und gebären würde. Eigentlich gibt es also von keiner Seite her eine Rechtfertigung, sich dem anderen überlegen zu fühlen. Woraus man mal wieder ableiten kann, dass Gott der Herr sich beim Schöpfungsakt etwas gedacht hat – auch wenn die Sache mit den Menschen irgendwann und irgendwie aus dem Ruder gelaufen ist.

Denn, kritisch betrachtet, gibt es zwischen Männern und Frauen nicht nur einen kleinen, sondern eine Vielzahl großer Unterschiede. Wenn man sich die Paare anschaut, seien es nun eingetragene Lebensgemeinschaften mit Ring am Finger und amtlichem Dokument oder unkonventionelle Partnerschaft, dann muss man feststellen, dass Männer und Frauen eigentlich überhaupt nicht zusammenpassen – zumindest im Spiegel ihrer gegenseitigen Kritik.

Man fragt sich daher, warum sie bloß so erpicht darauf sind, Verbindungen miteinander einzugehen. Vielleicht sind es ja doch nicht die zahlreichen großen, sondern der eine „kleine Unterschied“ der die entscheidende Rolle spielt, auch wenn manche Leute das gar nicht gerne wahr haben wollen. Offenbar war das aber von Anfang der Schöpfung an so vorgesehen. Sonst wäre die Menschheit höchstwahrscheinlich schon längst ausgestorben.

Nun haben wir Frauen uns heute – Alice Schwarzer sei Dank! – ein gewisses Maß an Gedankenfreiheit, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit erobert. Wenn man sich aber ein bisschen umschaut, dann schwirren in vielen Männerköpfen auch heute noch die lieben alten, jahrhundertelang zärtlich gehegten Vorurteile von der Überlegenheit des Mannes gegenüber seinem weiblichen Gegenpart herum. Meine Mutter pflegte diese Geisteshaltung in einen kurzen Satz zu bündeln: „Mann ist Mann, und wenn er im Bett sitzt und hustet.“

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