mz_logo

Nachrichten
Freitag, 22. September 2017 21° 2

Hitlers Tiraden

Volksempfänger

Von Harald Rast, MZ

Sogar in den letzten Tagen des Krieges hingen die Menschen gebannt vor der „Goebbels-Schnauze“. Damit war aber nicht das mörderische Mundwerk des berüchtigten Nazi-Propaganda-Ministers gemeint – sondern der Radio-Apparat in der Wohnstube. Der Volksmund hatte für den Volksempfänger einen Spitznamen geprägt, der an die geifernden Tiraden von Hitlers hinkendem Einpeitscher erinnerte. Die Nationalsozialisten hatten den Rundfunk seit der Machtergreifung gezielt für ihre Zwecke eingesetzt. Allein im Jahr 1934 wurden in Deutschland 1,8 Millionen Radios verkauft.

Die verschiedenen Typen sind im Klingenden Museum in Riedenburg zu bewundern – von einem Gerät namens „Herr im Frack“ bis zum Truppenbetreuungsempfänger für die U-Boot-Fahrer. Sie sind allesamt voll funktionsfähig. Die meisten Volksempfänger weisen nur eine winzige äußerliche Beschädigung auf. Denn mit dem Einmarsch der Alliierten wurde das Hakenkreuz samt Reichsadler aus dem Gehäuse geschliffen …

Klingendes Museum: Entwicklung der Musikwiedergabegeräte seit 1850. Extra am Museumstag: Wiedergabe von originalen Tondokumenten, die in den letzten Kriegstagen ausgestrahlt wurden, wie die letzte Rundfunkansprache von Adolf Hitler, die letzte Goebbels-Rede oder die Nachricht vom Tod Hitlers am 1. Mai 1945. Riedenburg, Mühlstraße 3, Tel. (0 94 42) 90 50 80. Öffnungszeiten: Mo., Die., Do. und Fr. von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, mittw. und samst. von 9 bis 12 Uhr, sonntags von 13 bis 18 Uhr

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht