Einkaufstest im Supermarkt
Von Silke Fokken, dpa
. Im Kühlregal vom Supermarkt stehen unzählige Joghurtbecher von verschiedenen Firmen. Würde man einen Becher auswählen, der grau gefärbt und mit schwarzen Fischen bedruckt ist? Wohl eher nicht. Die Gestaltung der Verpackung scheint ziemlich wichtig zu sein.
Knacks! Zisch! Knister! Wie in einem Comic sehen die Wörter auf dem Joghurtbecher aus. «Monsterbacke» steht auf dem Deckel. Ein grüner Drache löffelt aus einem Topf. Die Verpackung zeigt: Dieser Joghurt ist für Kinder gedacht. Von Lebensmitteln dieser Art wimmelt es im Supermarkt. Julia, Jasmin und Ben aus Hamburg haben sich diese Sachen mal genauer angeschaut - bei einem Einkaufstest. Ohne Eltern. Alle drei sind neun Jahre alt. Für fünf Euro darf jeder kaufen, was er will. Sind auch Lebensmittel für Kinder dabei?
Zuerst geht es an die Tiefkühltruhe. «Guck mal, hier gibt's Eis mit Schafen drauf», sagt Jasmin. Aber sie legt die Packung schnell wieder zurück. «Das hatte ich schon mal, war nicht so lecker», sagt sie. Am Kühlregal dahinter ist Julia besonders kritisch: «Iiih, das ist diese Bärchenwurst. Die würde ich nie kaufen, die finde ich so ekelig.» Aber Jasmin erzählt: «Ich war mal mit meiner kleinen Schwester einkaufen. Die wollte die Bärchenwurst unbedingt». Sie glaubt: «Bei Kleineren zieht das schon.»
Ben entdeckt im Kühlregal einen Joghurt mit dem Bild einer saftigen, roten Erdbeere. «So machen die Firmen das oft. Man freut sich auf die leckere Erdbeere, aber dann sind nur ein paar winzige, glibberige Stückchen drin. Das ging mir schon öfter so», sagt er.
Ben, Jasmin und Julia sind sich einig: Die Werbung ist oft nicht ganz ehrlich. Kinder sollten da nicht drauf reinfallen, meinen sie. Das heißt aber nicht, dass die drei alle Lebensmittel für Kinder ablehnen. Manche der Kinder-Joghurts zum Beispiel finden sie «vielleicht nicht so super gesund, aber total lecker».
Besonders lange stehen die drei vor dem Regal mit den Chips und Süßigkeiten, egal ob die nun extra für Kinder sind oder nicht. Für ihre fünf Euro kaufen sie unter anderem jeder ein Schoko-Ei zum Auslöffeln, mit Spielzeug. «Schmeckt super», schwärmen sie. «Meist ist das Spielzeug irgendein Schrott, aber manchmal ist auch etwas Gutes dabei», sagt Julia.
Außerdem landen im Korb der drei: ein Spender für Brausebonbons mit einer witzigen Figur, süße Kaustreifen, salzige Knabberkugeln, ein Sportgetränk mit Kirschgeschmack - und drei Dosen Cola. «Das darf ich sonst eigentlich nicht trinken», erklärt Jasmin. Aber sie und Julia sind zum Übernachten verabredet - und wollen lange wach bleiben.

