Jun. Täglich 05.07.2012, 12:35 Uhr

Lieber ins Theater als zum Unterricht

Von Michael Billig, dpa

. Schon als Kind ging der berühmte Komponist Richard Wagner gern ins Theater. Mit der Schule hatte er es dagegen nicht so. Gelernt hat er trotzdem viel.

Als Kind war der berühmte Komponist Richard Wagner kein vorbildlicher Schüler, findet Thomas Krakow. «Richard hat nie einen Schulabschluss gemacht», sagt er. Als Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbandes Leipzig weiß Thomas Krakow viel über den berühmten Komponisten. Zum Beispiel dass er Angst vor Prüfungen hatte.

Wenn Thomas Krakow über Richard Wagner spricht, nennt er ihn immer wieder bei seinem Vornamen. Er spricht über Richard Wagner wie über einen guten Freund. Dabei hat Richard Wagner vor knapp 200 Jahren gelebt! Geboren wurde er im Mai 1813 in der Stadt Leipzig, im heutigen Bundesland Sachsen. Groß geworden ist Richard Wagner dann unter anderem in einer anderen Stadt: in Dresden. Sein Stiefvater arbeitete dort als Schauspieler. Er nahm den Jungen zu Vorstellungen mit ins Theater. «Richard stand hinter der Bühne und war begeistert», sagt Thomas Krakow. Schon als Junge war Richard Wagner gern im Theater.

Doch er musste eben auch zur Schule gehen. Das war aber nicht so sein Ding: «Richard hat viel geschwänzt», erzählt Thomas Krakow. Ein Faulpelz sei der junge Wagner aber nicht gewesen. «Er hat ganz viel gelernt. Aber nur das, was ihn interessierte», sagt der Experte. Richard Wagner begeisterte sich vor allem für Musik, Literatur und Theater. Vieles habe er sich selbst beigebracht, so Thomas Krakow. Zum Beispiel andere Sprachen. «Richard konnte Latein und Griechisch lesen.»

Als Jugendlicher besuchte er eine Schule in Leipzig. Doch: Die Schulzeit war eine Katastrophe. Als Schüler bekam Richard Wagner schlechte Noten und hatte oft Ärger mit den Lehrern. «Er flog von der Schule, weil er nur die Musik im Kopf hatte», sagt der Geschichts-Forscher Frank Fehlberg. Er hat die Geschichte der Nikolaischule untersucht, auf der Richard Wagner damals war. Zwei Jahre lang drückte der dort die Schulbank. Allerdings schwänzte er auch oft den Unterricht: «Er fehlte sechs Monate unentschuldigt», erzählt Frank Fehlberg. Nach der Nikolaischule wechselte er an die Thomasschule. Dort lief es für ihn nicht besser. Letztlich hatte er keinen Schulabschluss in der Tasche!

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