Monde, Sterne, Galaxien - Kilian beobachtet den Nachthimmel
Von Judith Pulg, dpa
. Weißt du, wo der Große Bär ist? Du siehst ihn nachts. Er heißt auch Großer Wagen und ist eines der bekanntesten Sternbilder. Kilian kennt noch viele andere, dazu Planeten und Monde. Er ist Hobby-Astronom.
Es ist dunkel, als Kilian das schwarze Rohr auf den Mond richtet. Das schwere Gerät erinnert irgendwie an eine Kanone: Es ist anderthalb Meter lang und hat einen Durchmesser von dreißig Zentimetern - so breit wie ein langes Lineal. Aber Kilian will den Mond nicht abschießen. Im Gegenteil: Er will ihn zu sich heranholen. Die «Kanone» ist ein Teleskop, das Himmelsobjekte vergrößert. Und der 13-jährige Kilian ist Hobby-Astronom.
Astronomen beobachten den Himmel und die Sterne - und das macht Kilian auch. Schon seit mehr als vier Jahren trifft er sich möglichst jeden Samstagabend mit anderen Hobby-Astronomen auf einem Hügel in der Nähe von Füssen in Bayern. Von dort aus betrachten sie Monde, Planeten und Galaxien. Sie nennen sich die «Füssener Sternfreunde». Jeder, der möchte, darf mitmachen.
Kilian ist der Jüngste. Zu Hause hat er ein eigenes großes Teleskop. Aber heute Abend teilt er sich ein Gerät mit einem Kollegen. «Heute habe ich mir vorgenommen, den Mond anzuschauen, außerdem Saturn und Mars», sagt er.
Der Mond und die Planeten haben ihn von Anfang an am meisten fasziniert, erzählt Kilian: «Ich wusste vorher gar nicht, dass man die Planeten mit Teleskopen sieht.» Aber ein gutes Teleskop vergrößert die winzigen Lichtpunkte am Himmel so stark, dass sie aussehen wie in einem Bilderbuch. Wenn Kilian durch das Teleskop guckt, sieht er sogar deutlich die Ringe um den Planeten Saturn. Mit etwas Glück kann er sogar einige seiner mehr als 60 Monde erkennen.
«Das Spannendste, was ich bisher gesehen habe, war der Orionnebel», sagt Kilian. «Dort entstehen Sterne in unserer Galaxie.» Eine Galaxie ist eine Ansammlung von Milliarden Sternen, Planeten und anderen Objekten. Unsere Galaxie ist die Milchstraße. Der Orionnebel ist ein Teil von ihr - genau wie unsere Sonne und unser Planet Erde. Er liegt im Sternbild Orion, das man am besten im Winter sehen kann.
In einer dunklen Winternacht kann man den Orionnebel schon mit bloßem Auge als verschwommenen Fleck am Himmel sehen, sagt Kilian. «Aber durch ein Teleskop wird er viel deutlicher. Da sieht man schon Farben und Details.»
Im Sommer ist der Orionnebel nicht zu sehen. Aber dafür fängt Kilian verschiedene Galaxien mit seinem Teleskop ein. Obwohl sie so gigantisch groß sind, erscheinen sie uns nur als kleine Scheiben oder runde Flecken im Teleskop. So weit sind sie von uns entfernt!
Besonders leicht zu erkennen sind sie nicht. «Du musst am besten leicht daran vorbeischauen», erklärt Kilian. «Dann nimmst du sie am besten wahr.» Diese Tricks lernt man, wenn man sich lange Zeit mit dem Himmel und den weit entfernten Objekten befasst, viel liest und sich viel erklären lässt - so wie Kilian.

