Zeitung in der Schule 13.07.2012, 18:14 Uhr

Einblicke ins Innenleben eines Klaviers

In der Werkstatt von Klavierbaumeister Peter Endriss halfen junge Domspatzen, ein historisches Klavier zu säubern und durften ein eigenes Instrument bauen.

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Klavierbaumeister Peter Endriss erklärt den Schülern, wie die Klaviatur aufgebaut ist. Foto: 2. Klasse

Klavierbaumeister Peter Endriss erklärt den Schülern, wie die Klaviatur aufgebaut ist. Foto: 2. Klasse

Von der 2. Klasse der Grundschule der Regensburger Domspatzen

Laaber bei Regensburg. Wenn ein Auto kaputt ist, kommt es in die Werkstatt. Aber was macht man mit einem Klavier oder einem Flügel, die nicht mehr gut klingen? Auch dafür gibt es Spezialisten – wie den Klavierbaumeister und Klavierstimmer Peter Endriss. In seiner Werkstatt in Laaber hat er gerade eine Klaviatur aufgebockt, also nur die Tasten des Klaviers. Den Klangkasten hatte er schon entfernt, die Klaviatur alleine erinnert ein wenig an ein Keyboard.

Doch etwas ist ungewöhnlich: Heutige Klaviere haben 88 Tasten – 36 schwarze und 52 weiße. Dieses Klavier hat aber nur 85 Tasten! „Es handelt sich um ein historisches Instrument“ erklärt Peter Endriss. Ein Kunde hat es ihm zur Reparatur gegeben, weil der Klang nicht mehr so gut ist. Das liegt auch daran, dass sich im Spielwerk des Klaviers Schmutz angesammelt hat. Der Klavierbauer muss das Instrument also reinigen – und wir dürfen ihm dabei helfen. Das ist besonders spannend, weil viele von uns selbst Klavier spielen.

Ein Klavier hat 12.000 Einzelteile

Um die Klaviatur richtig sauber zu bekommen, muss man die einzelnen Tasten auseinandernehmen. Aber zuerst ziehen wir Handschuhe an – so ein altes Instrument ist schließlich empfindlich. Vorsichtig nehmen wir die Tasten der Reihe nach aus der Klaviatur und legen sie auf die Werkbank. Die Tasten haben kleine Löcher und an der Klaviatur sind Stäbchen befestigt, auf die die Tasten dann gesteckt werden. Zuerst reinigen wir diese kleinen Löcher mit einer Art Pfeifenputzer. Als nächstes sind die Stäbchen dran. Hier benutzen wir einen Lappen, Wasser und spezielles „Klavier-Spülmittel“. Der Lappen darf aber nur feucht sein, nicht nass. Es ist praktisch, dass wir kleine Finger haben, da die Stäbchen nah beieinander stehen.

Als alles sauber ist, setzen wir die Tasten wieder in die Klaviatur ein. Sie sind übrigens viel länger als man das normalerweise sieht. Peter Endriss benutzt eine Spezialzange, um die Tasten wieder einzupassen. „Fühlt mal, ob das glatt ist“, fordert er uns auf. Der Klavierbauer erzählt uns viele interessante Dinge rund um die Instrumente. Wir können kaum glauben, dass ein Klavier oder ein Flügel aus 12000 Teilen besteht – davon 6000 in der Mechanik. „Das ist so viel wie ein Igel Stacheln hat“, sagt Peter Endriss.

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