Zeitung in der Schule 26.07.2012, 19:45 Uhr

Keplers Geist strebte himmelwärts

Der berühmte Wissenschaftler Johannes Kepler lebte eine Zeit lang in Regensburg. Die Schüler begaben sich in einem Museum auf seine Spuren.

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Ein beleuchtetes Schaubild im Museum erläutert die drei Keplerschen Gesetze. Foto: Maximilian Manescu

Ein beleuchtetes Schaubild im Museum erläutert die drei Keplerschen Gesetze. Foto: Maximilian Manescu

Von der Klasse 4b der Grundschule Hainsacker

Regensburg. „Diesen Tisch würde ich nicht für eine Million Euro verkaufen“, sagt Matthias Freitag, der uns heute durch das Kepler-Gedächtnishaus führt. Vor uns steht ein um 1600 hergestellter Tisch, der auf seiner großen Platte aus Kalkstein einen immer gültigen Kalender zeigt. Matthias Freitag erklärt uns, wie man diesen Kalender benutzt und beschreibt das kunstvolle Ätzverfahren, das zur Anfertigung der Tischplatte eingesetzt wurde.

Das Haus in der Keplerstraße 5 in Regensburg, in dem heute das Museum untergebracht ist, wurde um 1540 erbaut. Vor rund 400 Jahren wurde das dreistöckige Haus von einer mit dem berühmten Mathematiker und Astronomen Johannes Kepler befreundeten Kaufmannsfamilie bewohnt. Das Innere des Hauses ist auch heute noch sehr beeindruckend mit seinem großen Treppenhaus, hohen Holzdecken, riesigen Räumen und alten Möbeln.

Die ganze Klasse passt in den Kamin

In gläsernen Schaukästen sind wertvolle Bücher, Briefe und historische Instrumente zu sehen. Ein Porträt, das Johannes Kepler im Alter von etwa 50 Jahren zeigt, schaut im ersten Stock auf uns herunter. Der Nebenraum, der früher ein Schlafzimmer war, ist Keplers Sterbezimmer. In einer solchen Kulisse hätte man sich fast vorstellen können, ihm tatsächlich zu begegnen. Beheizt wurde das Haus früher unter anderem durch eine rußschwarze Küche im zweiten Stock und einen Kamin im ersten Stock. Der Kamin ist so groß, dass wir bequem mit der ganzen Klasse hineinpassen.

Johannes Kepler wurde am 27. Dezember 1571 in Weil der Stadt, in der Nähe von Stuttgart, geboren. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen und erkrankte als Kind an Pocken, die bei ihm ein bleibendes Augenleiden verursachten. Wie wir erfahren sah Kepler, als er sechs Jahre alt war, einen Kometen. Vielleicht war das der Grund für sein späteres Interesse an den Sternen. Nach seiner Schulausbildung ermöglichte ein Stipendium seiner Vaterstadt Weil Kepler ein Studium in Tübingen. Ursprünglich wollte Kepler Theologe werden, trat dann aber eine Stelle als Mathematiklehrer in Graz an. Sechs Jahre später wurde er, weil er Protestant war, aus Graz ausgewiesen und zog nach Prag. Er arbeitete dort mit dem Astronomen Tycho Brahe zusammen. Als ein Jahr später, um 1601, Tycho Brahe verstarb, wurde Kepler dessen Nachfolger als kaiserlicher Mathematiker.

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