Zeitung in der Schule 06.07.2012, 14:48 Uhr

Von Moorgeistern, Irrlichtern und Krokodilen

Mit Mooren verbinden viele Menschen gruselige Dinge – dabei kann man dort sehr viel Spaß haben und nebenbei interessante Dinge lernen.

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Eine Floßfahrt auf dem Moorauge ist aufregend. Foto: Ulrich Hüttinger

Eine Floßfahrt auf dem Moorauge ist aufregend. Foto: Ulrich Hüttinger

Von der Klasse 4d der Hans-Scholl-Grundschule in Burglengenfeld

Benediktbeuern. Wer hätte gedacht, dass Spaziergänge durchs Moor so viel Spaß machen können? Bei einem erlebnisreichen Tag im Zentrum für Umwelt und Kultur im Kloster Benediktbeuern haben wir viel Wissenswertes über das Moor erfahren – zum Beispiel, dass es zwei verschiedene Moortypen gibt: das Hochmoor (das Wasser kommt nur von oben) und das Niedermoor (das Wasser kommt sowohl von oben als auch von unten).

Ein Moor kann sechsmal so viel Wasser speichern und mehr CO2 aufnehmen als ein Wald mit gleicher Fläche. Das liegt vor allem am Torfmoos: Es kann 60 Mal so viel Wasser aufnehmen wie sein Eigengewicht ist. Regen ist gut für das Moor – und davon gab es an unserem Besuchstag ab Mittag reichlich! Das Moor wächst jedes Jahr um einen Millimeter nach oben.

Im Moorboden versinkt man übrigens nicht gleich. Trotzdem findet man dort immer wieder Leichen. Denn es gibt es kaum Pfade, der Boden ist feucht, weich und schwankt. Wer sich nicht sehr gut auskennt, gerät schnell in unwegsames Gelände oder stürzt in ein Wasserloch. Wenn ihm keiner heraushilft, ist es um ihn geschehen. Verbrecher wurden daher früher oft zur Strafe ins Moor gejagt, wo sie meist ums Leben kamen.

Bei Moorleichen werden zuerst die Fingernägel, danach die Haare rot. Das kommt von der Huminsäure im torfigen Moorboden. Sie verwesen kaum in dem sauren Boden. Es wurden schon Moorleichen gefunden, die bereits 600 Jahre alt sind. Auf einem Foto von „Rosalinde“ (einer weiblichen Moorleiche) konnten wir es genau erkennen: Ihre Lederstiefel waren noch vollständig erhalten. Der Säuregehalt des Moorwassers ist ähnlich wie der von Urin und Zitrone. Wenn wir wenig trinken, wird unser Urin übrigens genauso sauer wie Moorwasser (pH-Wert unter 6 = ungesund). Der Urin von „Vieltrinkern“ dagegen ist alkalisch (pH-Wert über 7 = gesund).

Durch Gase, die im Moor entstehen, sind nachts manchmal schwache Lichter zu sehen, man nennt sie Irrlichter. Die Leute früher glaubten deshalb an böse Moorgeister, die sie damit ins weglose Moor hineinlocken wollten.

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