Blick in die Spiegelhalle der Eckert Schulen – hier werden die Abschlussprüfungen geschrieben. Foto: 2/1a
Von Simone Bleier, Klasse 2/1a, Private Wirtschaftsschulen Breitschaft
Regenstauf. „Gott sei Dank – endlich keine Schule mehr!“ Schüler der Abschlussklassen schnaufen auf. „Endlich ist es geschafft!“ Die einen fahren erst einmal gechillt in den Urlaub – nach Italien, in die Türkei, nach Kroatien oder nach Mallorca. Die anderen gehen ihre Zukunft nicht ganz so locker an. Sie stellen sich die (bange) Frage: „Wie geht’s jetzt wohl weiter?“
Wer mit Schule und Lernen nichts mehr am Hut hat und sich glücklich schätzen kann, eine Ausbildungsstelle ergattert zu haben, wird im September mit seiner Lehre starten. Wer noch keinen geeigneten Ausbildungsplatz hat, wird weiter auf der Suche nach einer seinen Wünschen entsprechenden Lehrstelle sein. Andere haben grundsätzlich beim Run auf Ausbildungsstellen schlechte Karten, weil ihre Noten nicht so toll sind, aber gleichzeitig die Anforderungen und Erwartungen von Seiten der Ausbilder und Unternehmen gestiegen sind.
Wege aus dem Ausbildungswirrwarr
Die Freude, endlich den Abschluss und das Zeugnis in der Tasche zu haben, ist bei ihnen nur von kurzer Dauer, weil die Realität sie einholt. Der Abschluss ist zwar geschafft, aber brillant ist er nicht und die Suche gestaltet sich schwierig, weil viele Unternehmer sich vorrangig an den Noten orientieren. Viele Absagen aber demotivieren, schaffen Frust und lassen die Hoffnung in den Keller rutschen. Wieder andere sind noch unentschlossen und wegen der Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten verunsichert. Sie schieben die Entscheidung auf, weil sie dort, wo sie ihre Ausbildung machen wollten, keine Zusage bekommen haben. Sie überlegen, ob sie vielleicht zwei oder drei Schuljahre draufsetzen und so das Fachabitur oder die Allgemeine Hochschulreife ansteuern sollen. Auch die Chancen, über Quereinstieg, über Fernlehrgänge und Fernstudien ans Ziel zu gelangen, sind so vielfältig, dass sie kaum noch für einen Schüler zu durchschauen sind. Aufgrund des Mottos „Alles ist möglich! Du kannst es schaffen!“ steigt die Ratlosigkeit und Orientierungslosigkeit bei den Schülern.
Wir, die Klasse 2/1a der Privaten Wirtschaftsschule Breitschaft, haben diese „Wahl der Qual“ Gott sei Dank noch nicht. Die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz oder die Wahl, mit passendem Notenschnitt nach der Mittleren Reife auf die FOS zu gehen, belastet die meisten noch nicht so sehr, doch machen sich einige von uns bereits Gedanken und basteln schon emsig an ihrer Zukunft, indem sie nach Stellen Ausschau halten, Bewerbungen schreiben oder sich beim Arbeitsamt informieren.
Ein Besuch bei den Eckert Schulen in Regenstauf soll, so hoffen wir, etwas Klarheit in das Ausbildungswirrwarr bringen, vielleicht neue Perspektiven eröffnen und zu mehr Orientierung führen. Die Ausbildung zum „Turbo Techniker dual“ mit der Aussicht, schon während der Berufsausbildung staatlich geprüfter Techniker zu werden, sagt uns ehrlich gesagt gar nichts. Also sind wir ziemlich gespannt darauf, was uns erwarten wird.
Sonja Hastreiter, eine resolute und energische Person, die bereits seit 30 Jahren bei Eckert im Marketingbereich tätig ist, nimmt uns am Eingang in Empfang. Durch die Spiegelhalle, in der die Abschlussprüfungen geschrieben werden, geht es dann flotten Schrittes in die gemütlich wirkende Lindenstube. Hier wartet bereits der stellvertretende Schulleiter der Techniker Schulen, Gerald Saule, der uns über die Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten während der Ausbildung insbesondere im technischen Bereich informiert.
Zum Auftakt, um überhaupt eine Vorstellung davon zu bekommen, wer und was die Eckert Schulen sind, erfolgt eine Präsentation über die Gründung der Schule durch Dr. Robert Eckert im Jahre 1946 und über die verschiedenen Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten in den Bereichen Technik, Hotel, Gastronomie, Gesundheit, Pflege und Therapie, über Rehabilitationsmaßnahmen, Teilzeit- und Fernstudium, Zertifizierung und Praxisorientierung. Dieser Mann war offensichtlich so bedeutend, dass sogar eine Straße, die „Dr.-Robert-Eckert-Straße“, nach ihm benannt wurde.
Selbst Diplomingenieur und Umweltwissenschaftler, weist Saule mit Begeisterung darauf hin, dass sich hinter der Bezeichnung „Turbo Techniker dual“ die Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker verbirgt, bei der Berufsausbildung und Weiterbildung optimal miteinander verbunden sind. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, betont er, seien hervorragend, weil Techniker händeringend in den Betrieben und Unternehmen gesucht werden. Außerdem habe man gute berufliche Aufstiegsmöglichkeiten, könne Zusatzqualifikationen erwerben – etwa SAP oder Cisco Zertifikate –, gleichzeitig ist die Ausbildung Sprungbrett für ein Universitätsstudium. So viele Zukunftsperspektiven beeindrucken uns schon gewaltig. Vielleicht startet ja der eine oder andere von uns richtig „turbomäßig“ durch.
Schüler wohnen auf dem Gelände
Nach der Präsentation zeigt uns Gerald Saule beim anschließenden Rundgang über den Campus die verschiedenen Ausbildungsstätten. Ein gewisser Schwerpunkt liege im technischen Bereich, weshalb die Eckert Schulen eine umfassende Technikabteilung unterhalten, ausgestattet mit modernsten Maschinen und Robotern, an denen die Schüler im Rahmen ihrer Ausbildung üben können.
Denn der Vorteil einer Ausbildung an den Eckert Schulen besteht darin, dass die Facharbeiter oder Handwerker eine qualifizierte Berufsausbildung in Betrieb und Schule erhalten, betont Saule. Zudem gehören eine Bibliothek, ein kleiner Theaterraum, ein Hotel, ein Seniorenheim, eine Apotheke, ein Kindergarten, ein Fitnessraum und ein Hallenbad zum Gelände. Schüler, die von weit her kommen, können auch auf dem Gelände wohnen. Dies alles hat aber auch seinen Preis. Die Schulausbildung ist nicht kostenlos, sondern unterliegt einer Gebührenordnung – man muss also wie bei einem Studium an der Uni Semestergeld oder Schulgeld zahlen.
Um einen Eindruck von der Mensa zu bekommen, schließt unser Besuch mit einem Mittagessen im Barocksaal, wobei wir uns mit dem Tablett in der Hand in die Schlange der Eckert-Schüler einreihen und an der Theke aus verschiedenen Gerichten wählen dürfen. Als Nachtisch und zum Abkühlen gibt es für alle, die mögen, ein Eis.
Ob jeder von uns jetzt weiß, was er nach der Schule macht? Ob er sich nun auskennt im Ausbildungswirrwarr? Warten wir es ab. Wir haben ja noch ein wenig Zeit. Informativ war der Besuch auf jeden Fall!