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Donnerstag, 14. Dezember 2017 7

Kein Grund zur Panik

„Per Anhalter durch die Galaxis“: Gelungene Verfilmung des Kultstoffes von Douglas AdamsVon Jan Staiger, ddp

  • Im Bademantel durch die Galaxis: Arthur Dent erlebt an der Seite des Androiden Marvin und seines außerirdischen Freundes Ford Prefect (Rapper Mos Def) seltsame Abenteuer. Dabei spielen auch Beeblebrox (Sam Rockwell) und Erdendame Trillian einer Rolle. Fotos: Buena Vista

Arthur Dent, ein ganz gewöhnlicher Erdling, liegt im Matsch vor einer gelben Planierraupe und protestiert. Sein Häuschen soll einer Umgehungsstraße weichen. Er ahnt nicht, dass die übellaunigen Außerirdischen vom Planeten Vogon Ähnliches im Sinn haben – nur in einem etwas größeren Maßstab. Für ihre intergalaktische Expressroute werden sie in zwölf Minuten ohne großes Aufsehen die Erde aus dem Universum radieren. Glücklicherweise entpuppt sich Arthurs Freund Ford Prefect als gestrandeter Sternenreisender und nimmt ihn mit auf eine wahnwitzige Odyssee – per Anhalter durch die Galaxis.

Dem britischen Duo Garth Jennings (Regie) und Nick Goldsmith (Produktion) gelang das Unmögliche. Sie adaptierten den exorbitant augenzwinkernden Roman von Douglas Adams für die große Leinwand, ohne dass der clevere Charme der Vorlage im Spezialeffekte-Gewitter untergeht.

Der ausgestreckte Daumen von Ford Prefect (HipHopper Mos Def) – seines Zeichens freier Mitarbeiter für den Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ – befördert ihn und Arthur (Martin Freeman) erst einmal auf ein Raumschiff der Vogonen. Die foltern die beiden mit ihrer Lyrik, der drittschlechtesten im Universum, und schießen sie ins All. Doch was steht auf dem Cover des Tramper-Führers? „Keine Panik!“. Und so saugt sie der Weltraumkreuzer von Zaphod Beeblebrox, dem Präsidenten der Galaxis, gleich wieder ein. Sofort erkennt Arthur in Beeblebrox den Angeber, der ihm neulich auf einer Kostümparty mit dem Spruch „Soll ich dir mal mein Raumschiff zeigen?“ die Erdendame Trillian (Zooey Deschanel) ausspannte. Beeblebrox ist derweil unterwegs zum Planeten Magrathea, wo ein Supercomputer erst sieben Millionen Jahre lang die Antwort auf die wichtigste aller Fragen berechnete und nun auch die passende Frage zu dem etwas seltsamen Ergebnis liefern will.

Der Sektenführer Humma Kavula (großartig: John Malkovich) bringt Beeblebrox jedoch um einen seiner zwei Köpfe und zwingt ihn, von Magrathea die sagenumwobene Perspektiven-Pistole zu beschaffen. Als dann auch noch Trillian von den Vogonen entführt wird, ist das Chaos komplett.

In Schlafanzug und Bademantel stapft Arthur Dent durch all die fremden Welten – und wünscht sich doch nur eine Tasse Tee. Stattdessen lernt er, dass der nützlichste Gegenstand im Universum ein Handtuch ist, begegnet stöhnenden Raumschifftüren, dem Cocktail „Donnergurgler“ und dem chronisch-depressiven Roboter Marvin, der sich unentwegt über seine minderbemittelten lebenden Begleiter aufregt.

Douglas Adams hatte 1978 zunächst die legendären BBC-Hörspielserie „The Hitchhikers Guide to the Galaxy“ geschaffen, es folgten fünf Romane. Schrullig, verspielt, satirisch, intelligent und mit viel britischer Ironie verliert der Stoff auch im Kino nichts von seinem Charme. Sogar so etwas wie eine Botschaft gibt es, wie Darsteller Mos Def betont: „Es geht um die Idee, dass die Neugier immer stärker sein sollte als die Angst.“

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