Kultur 05.04.2013, 17:49 Uhr

Rückendeckung für Wagner-Schwestern

Ministerialdirigent beurteilt Kritik an Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier als „unfair und unsachlich“. Im Herbst sind Vertragsgespräche.

Eva-Wagner-Pasquier (l.) und Katharina Wagner bei einer Pressekonferenz Foto: dpa

Eva-Wagner-Pasquier (l.) und Katharina Wagner bei einer Pressekonferenz Foto: dpa

Bayreuth. Die beiden Wagner-Schwestern an der Spitze der Bayreuther Festspiele haben Rückendeckung aus dem Münchner Kunstministerium bekommen. Nach Ansicht von Ministerialdirigent Toni Schmid, dem Chef des Festspiel-Verwaltungsrats, ist für viele heutige Entwicklungen am Grünen Hügel noch der 2010 verstorbene Patriarch Wolfgang Wagner verantwortlich. „Da wurden Dienstverträge mit 30 Jahren Laufzeit geschlossen oder über Produktionen, deren Realisierung in ferner Zukunft lag“, sagte Schmid dem „Nordbayerischen Kurier“ (Samstag). „Und schon allein deshalb ist die Kritik, die immer wieder an Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier geübt wird, unfair und unsachlich.“

Im Herbst soll es mit den beiden Festspiel-Chefinnen Gespräche über die Zukunft geben. Die Verträge enden 2015. Zu weiteren möglichen Kandidaten äußerte sich Schmid nicht. Im Verwaltungsrat der Festspiele sitzen Vertreter von Bund, Land, Stadt und der Mäzenatenvereinigung „Gesellschaft der Freunde von Bayreuth“.

Die Festspiele stehen heuer besonders im Blickpunkt - 200 Jahre nach dem Tod des Komponisten Richard Wagner zeigt das Festival im Jubiläumsjahr eine Neuinszenierung des „Rings des Nibelungen“. In den vergangenen Jahren waren vor allem die Neuproduktionen am Grünen Hügel immer wieder in die Kritik geraten. Einige Historiker warfen den Urenkelinnen des Komponisten zudem mangelndes Interesse an der Aufarbeitung der Festspiel- und Familiengeschichte während der NS-Zeit vor, und der Bundesrechnungshof rügte die Kartenvergabe.

Bayreuth habe keine roten Zahlen geschrieben, betonte Schmid nun: „Im Gegenteil. Die haben jedes Jahr mit einer schwarzen Null abgeschlossen, und sie haben es geschafft, den kommenden „Ring“ aus Bordmitteln zu finanzieren. Das ist früher nie gelungen.“ In den ersten drei Amtsjahren hätten die beiden Intendantinnen sechs Rechnungshofprüfungen gehabt. „So häufig und so genau wird kein Unternehmen in Deutschland geprüft. Keines! Und auch kein Theater. Das wundert mich, dass sich darüber noch niemand öffentlich aufgeregt hat.“ (dpa)

 

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