Kultur 06.07.2011, 13:41 Uhr

Schwafi, die Spackos und der bitterböse Tod

Klaus Schwarzfischer und seine Mitstreiter präsentierten im Museums-Café ihr ironiegetränktes „Best of“-Programm mit Punk-Attitüde.

Schwafi in Action Foto: Filkorn

Schwafi in Action Foto: Filkorn

Von Fred Filkorn, MZ

Regensburg . Aus der lauschigen Lesung im verträumt romantischen Innenhof des Museums-Cafés des Historischen Museums wurde leider nichts: zu kalt. Dafür drängten sich die erwartungsfreudigen Besucher – die es sich nicht nehmen ließen, die zentrale Figur des Abends, Klaus „Schwafi“ Schwarzfischer, auch mal anzufeuern – auf dem schmalen Grat zwischen Nichts-sehen-können-weil-zu-voll und einer überdimensionierten Musikanlage, die den kompromissbereiten Punkrock der Begleitband „Die Spackos“ in den Ohren klingeln ließ.

Ironische Heimatromane

Also: Schwafi ist nicht nur Vorlesender, sondern auch Sänger. Seine Songtexte beziehen sich auf die vorgetragenen Appetithäppchen aus bereits erschienenen Werken („Der Verein, der Metzger und der Tod“, „Der Kardinalfehler“) oder solchen, die noch in der Pipeline stecken („Bayern sucht dem Superdepp“, „Volksfest“). Wobei „Volksfest“ Schwafis zutiefst ironische Heimatroman-Reihe über den blutigen Ort Randsperg fortführt, in dem Kriminalität, Rache und Lüsternheit regieren.

Bitterböse, schwarzfischerhumorige Literatur, die sich wortwitzgewandt in die korrupten Niederungen der bayrischen Provinzpolitik begibt, vor hochkomplexen philosophischen Exkursen nicht zurückschreckt (Was ist Abseits? Wie geht die Relativitätstheorie?) und alles und jeden durch den alkoholversetzten Kakao zieht, der sich selbst zu wichtig nimmt.

Unsaubere Machenschaften

Und immer geht es um die besonders Schlauen, die mit unsauberen Machenschaften andere übervorteilen und am Ende als die großen Macher dastehen. Und immer geht es auch um Fußball.

Die Spielvereinigung Randsperg könnte man gut und gerne als Fahrstuhlmannschaft bezeichnen. Nach dem Durchmarsch von der Bezirks- in die Bundesliga folgt der ebenso steile Fall. Der prestigeträchtige Stadionneubau verkommt zum Geisterstadion. Die schmissige Punkrockversion des Allzeitklassikers „Fußball ist unser Leben“ endet bei Schwafi und den Spackos mit der Zeile „im Fußball regiert das Geld“.

 

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