Kultur 01.07.2012, 19:55 Uhr

Zwischen Meditation und Folter

109 Maler, Grafiker und Bildhauer zeigen ihre Werke bei der „Großen Ostbayerischen Kunstausstellung“ des Berufsverbandes Bildender Künstler.

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„Mikado“ heißt die Installation mit Stellwänden von Annegret Hoch, die in Konkurrenz zu Architektur und Skulptur in der Minoritenkirche tritt . Foto: altrofoto.de

„Mikado“ heißt die Installation mit Stellwänden von Annegret Hoch, die in Konkurrenz zu Architektur und Skulptur in der Minoritenkirche tritt . Foto: altrofoto.de

Von Ulrich Kelber, MZ

Regensburg. Was bleibt in Erinnerung? Ganz sicher die witzig-hintergründige Klanginstallation des Weidener Objektkünstlers Tone Schmid in der Minoritenkirche. Wassermusik ist dabei zu hören. Ein ganz primitiv und einfach gestalteter Brunnen: Ein Leitergerüst mit Wassertank und Plastikschläuchen, aus denen es unermüdlich in unterschiedliche Blechgefäße tropft, so dass ganz unterschiedliche Klänge entstehen. Diese monotone Sinfonie kann ganz konträre Empfindungen wecken, wie schon der Titel dieses Werks verrät: „Zwischen Meditation und Folter, Macht und Ohnmacht…“

Die Minoritenkirche mit ihrer imposanten Architektur, mit den wuchtigen Säulen, mächtigen Skulpturen und Epitaphen ist freilich ein schwieriger Raum für moderne Kunst. Mehr zu schaffen als kleine Akzente und Irritationen, ist da kaum möglich. Genau dies thematisiert Annegret Hoch, in den 90er Jahren Meisterschülerin bei Jerry Zeniuk an der Münchner Kunstakademie, in ihrem Objekt „Mikado“. In der Apsis der Kirche türmt sie umgestürzte Stellwände zu einem wirren Durcheinander. Direkt auf diese weißen Stellwände hat sie mit kräftigen Farben Linien gemalt, die wohl an Mikadostäbe erinnern sollen. Im Steingrau des ehemaligen Sakralbaus erweist sich dies als visuell recht effektvoll.

Ein offenes Forum

Keine Probleme mit den Räumlichkeiten gibt es dagegen im „Leeren Beutel“, wo der Hauptteil dieser Kunstschau zu sehen ist. Erstmals findet die „Große Ostbayerische Kunstausstellung“ des BBK Niederbayern/Oberpfalz in der Städtischen Galerie statt, die bislang eher eine gewisse Distanz zum Berufsverband Bildender Künstler hielt. Denn es handelt sich ja hier um keine kuratierte, an ein bestimmtes Thema gebundene Ausstellung, sondern um ein offenes Forum, bei dem die Verbands-Mitglieder den Stand der Dinge präsentieren können. Nur als Jury-Mitglied konnte Galerieleiter Dr. Reiner Meyer einen gewissen Einfluss nehmen. Ausgewählt wurden schließlich rund 150 Arbeiten von 109 Künstlern.

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