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Freitag, 1. Juli 2016 28° 1

Moral und Realität

Kinder als Ware: Jeder stimmt in den Chor der moralischen Entrüstung ein. Kinder – und dazu muss man auch Jugendliche zählen – unter sexueller Ausbeutung: Da ist die öffentliche Entrüstung groß.

Doch in der Realität ist diese Empörung noch längst nicht angekommen. Sie spricht eine andere, eine menschenverachtende Sprache: Das Rotlichtgewerbe mit „Frischfleisch“-Bedarf, der Sextourismus und im verstärkten Maß die Kinderpornographie im Internet – all das nimmt ungebremst zu.

Und warum? Die Antwort ist auf dem und unterm Strich: Geld. Die Ausbeutung junger Menschen – das heißt in diesem Fall in der Regel von Mädchen und Frauen – ist weltweit ein Milliarden-Geschäft. Daran verdienen nicht nur Zuhälter. An der exorbitanten Kapitalvermehrung auf diesem Markt beteiligen sich auch Finanziers, die größten Wert darauf legen, dass sie als ehrsame Bürger mit weißer Weste geachtet werden. Geld stinkt ja bekanntlich nicht.

Die zur Ware degradierten Kinder und Jugendlichen bedürfen nicht noch mehr Moralgeklingel. Sie benötigen konkrete Hilfe zur Selbstbestimmung und das heißt in erster Linie: Nahrung, Ausbildung, Arbeit und Sicherheit vor Kriegen.

von Harald Raab, MZ

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