Oberpfalz & Bayern 30.07.2012, 21:14 Uhr

Abitur wieder nach neun Jahren möglich

Das freiwillige neunte Zusatzjahr kommt – es soll „Flexibilisierungsjahr“ heißen. Mit diesem Kompromiss will die Staatsregierung den Streit ums G8 befrieden.

Gaymnasiasten brüten über ihren Abi-Aufgaben: In Bayern sollen Schüler an Gymnasien künftig ein „Felxibilisierungsjahr“ in der Mittelstufe einlegen können. (Foto: dpa)

Gaymnasiasten brüten über ihren Abi-Aufgaben: In Bayern sollen Schüler an Gymnasien künftig ein „Felxibilisierungsjahr“ in der Mittelstufe einlegen können. (Foto: dpa)

München. Bayerns Gymnasiasten können künftig das achtjährige Gymnasium neun Jahre lang besuchen – allerdings soll das zusätzliche Jahr nicht mehr „Intensivierungsjahr“, sondern „Flexibilisierungsjahr“ heißen. Darauf einigten sich am Montagnachmittag die Teilnehmer des zweiten G8-Gipfels in der Münchner Staatskanzlei. Eine Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums für alle Schüler soll es in Bayern nicht geben. „Das ist ein ganz zentraler Schritt in der Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums“, sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) nach dem Treffen. Das Flexibilisierungsjahr solle für die Schüler „pädagogischen Mehrwert“ bringen und ist nicht nur für schwache, sondern auch für starke Schüler gedacht.

Die Schüler sollen das Flexibilisierungsjahr in der Mittelstufe einlegen können. Jeder Schüler soll einen individuellen Lehrplan bekommen, wie die FDP-Bildungsexpertin Renate Will sagte. Sie zeigte sich ebenso zufrieden mit den Ergebnissen des Gipfels wie der CSU-Bildungsexperte Georg Eisenreich.

Neue „Lehrerreserve“ geplant

Um den Unterrichtsausfall zu reduzieren, will Spaenle in den nächsten Jahren eine „integrierte Lehrerreserve“ an allen staatlichen Gymnasien einrichten – eine Gruppe von Lehrern, die Ersatzstunden geben können. Sowohl das Flexi-Jahr als auch die Lehrerreserve werden Geld kosten, dafür muss der Doppelhaushalt 2013/14 noch einmal aufgeschnürt werden. Unklar ist bislang, wie hoch die Zusatzkosten sein werden. Das soll nun zuerst mit den Landtagsfraktionen und insbesondere den Finanzpolitikern von CSU und FDP besprochen werden. „Es ist durchaus möglich, dass ein erhöhter Ansatz notwendig scheint“, sagte Spaenle dazu diplomatisch.

Das Kabinett will die Ergebnisse an diesem Dienstag bei seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien formell beschließen. Der Deutsche Philologenverband bewertete das Flexi-Jahr freundlich skeptisch. „Ob dieses Modell ein Erfolg wird, muss die Zukunft zeigen“, sagte Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbands, nach dem Gespräch. Max Schmidt, der Chef des Bayerischen Philologenverbands, zeigte sich zufrieden, dass Flexi-Jahr und Lehrerreserve flächendeckend an den über 400 staatlichen Gymnasien eingerichtet werden sollen.

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