Oberpfalz & Bayern 01.05.2012, 19:34 Uhr

Bayern wollen gerechten Lohn

100.000 Menschen gingen am 1. Mai im Freistaat auf die Straße. Auch in Regensburg forderten Arbeitnehmer mehr soziale Gerechtigkeit.


        Am Tag der Arbeit wurde auch in Regensburg für gerechte Löhne demonstriert. (Foto: Lex)

Am Tag der Arbeit wurde auch in Regensburg für gerechte Löhne demonstriert. (Foto: Lex)

Bamberg/Regensburg. Am Dienstag haben viele Gewerkschafter noch bei den Mai-Kundgebungen demonstriert, am Mittwoch legen die ersten aus Protest die Arbeit nieder: Die IG Metall ruft nach dem Ende der Friedenspflicht in 17 bayerischen Betrieben zu Warnstreiks auf. Nach ersten Aktionen am Wochenende sollen massive Arbeitsniederlegungen nun den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöhen, wie die Gewerkschaft am Dienstagabend mitteilte. Im Laufe des Tages hatten knapp 100.000 Menschen in Bayern an den traditionellen Demonstrationen zum Tag der Arbeit teilgenommen. Sie forderten höhere Löhne und soziale Gerechtigkeit. „Die Menschen gehen auf die Straße, weil sie spüren, dass es in diesem Land nicht gerecht zugeht“, erläuterte Bayerns DGB-Chef Matthias Jena am Dienstag. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen rund 95.000 Arbeitnehmer an den mehr als 120 Mai-Kundgebungen teil.

„Die Arbeitnehmerorganisationen sind aus gutem Grund längst wieder im Aufwind!“, rief der Kreisvorsitzende des DGB Regensburg, Jürgen Scholz, den rund 800 Kundgebungsteilnehmen in der Regensburger Innenstadt zu. Deutlich wandte er sich auch gegen den Missbrauch von Leiharbeit und übte in diesem Zusammenhang harsche Kritik an BMW. Dieser Konzern „ist auf dem besten Weg, zum Schlecker der Automobilindustrie zu werden.“

„Wenn das Gehalt nicht zum Leben reicht, hat Arbeit ihren Sinn verloren“, sagte Bayerns DGB-Chef Matthias Jena am Dienstag in Bamberg. Immer mehr Bayern seien inzwischen von Niedriglöhnen, Leiharbeit und prekärer Beschäftigung betroffen. Jena betonte: „Es geht um nichts Geringeres als die Würde der Beschäftigten. Deshalb müssen wir Arbeit neu ordnen. Wir müssen der Arbeit ihren Sinn zurückgeben.“

Auch Verdi-Landesbezirksleiterin Luise Klemens beklagte bei der Mai-Kundgebung in München die Lage der Beschäftigten: „Im Schatten des Exportbooms der deutschen Industrie müssen immer mehr Menschen am Rande des Existenzminimums leben und arbeiten.“ Minijobs, Befristungen und Werkverträge seien zunehmend eine bedrückende Realität.

 

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