Das ehemalige Pfarrhaus in Pelchenhofen besitzt einen eindrucksvollen Dachstuhl. Auch er ist am Sonntag zu sehen.
Von Eva Gaupp
Landkreis. Das alte Pfarrhaus in Pelchenhofen ist ein Paradebeispiel für den diesjährigen Tag des offenen Denkmals. Denn das Motto lautet dieses Mal „Holz.Wunder.Welten“. Und der Dachstuhl des Pfarrhauses aus dem Jahr 1730, das Georg und Silvia Hollfelder mit viel Liebe und Aufwand restauriert haben, verfügt unter anderem über einen eindrucksvollen Dachstuhl (Bild). Das Haus ist unter der Adresse Zur Schwemm 1 im Neumarkter Stadtteil Pelchenhofen zu finden, geöffnet hat es von 13 bis 17 Uhr – Führungen bieten die Bauherren nach Bedarf an.
Holz sei aus der Kulturentwicklung der Menschheit in allen Erdteilen nicht wegzudenken, erklärt der Initiator des Denkmaltags, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. „Aus Holz schufen die Menschen Häuser, Schiffe, Wagen, Musikinstrumente, Möbel, aber auch Waffen und Werkzeuge.“
Wie jedes Jahr am zweiten Sonntag im September öffnen am Sonntag historische Bauten und Stätten ihre Türen, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Allein in Bayern werden mehr als 900 Veranstaltungen angeboten und insgesamt rund 300000 Besucher erwartet. Darunter auch einige interessante Objekte im Landkreis Neumarkt. Der Freistaat besitzt mehr als 165000 Bau- und Bodendenkmäler. Von den 115000 Baudenkmälern befinden sich beinahe zwei Drittel im privaten Eigentum. Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren. Archäologen, Restauratoren und Denkmalpfleger lenken den Blick auf Details, die einem ungeschulten Auge sonst verborgen bleiben.
Außerdem erwaten das Burgmuseum in Parsberg, Klosterstadel in Gnadenberg, St. Cäcilia in Pavelsbach, die Raiffeisenbank in Breitenbrunn, das Deutschordensschloss in Postbauer-Heng und einige andere interessante Gebäude die Besucher.
Traunsfeld
St. Willibald hat erst das 950-jährige Bestehen gefeiert. Der renovierte Pfarrhof besteht aus dem Pfarrhaus von 1719, einem zweigeschossigen Bau mit Walmdach, und einer Pfarrscheune von 1720 mit Stall und Fachwerkbau. Der Pfarrhof liegt nördlich der Kirche mit umgebendem Friedhof. Geöffnet ist von 13 bis 17 Uhr, Führungen finden um 14 und 16 Uhr statt.
Gnadenberg
In der Gnadenberger Straße in Berg steht der Klosterstadel, ein Teil des ehemaligen Birgittenklosters, das 1426 gegründet wurde. Während des Dreißigjährigen-Kriegs wurde er zerstört. Am Sonntag hat er von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen zum Dachstuhl der Klostermühle – zwischen Unterölsbach und Gnadenberg – finden um 14 und 16 Uhr durch den Kulturhistorischen Verein Gnadenberg statt.
Breitenbrunn
In Breitenbrunn sind zwei historische Denkmäler zu besichtigen: Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde Ende des 12. Jahrhunderts geweiht. Ursprünglich gotisch, wurde sie später barock umgebaut. Um 11.30 Uhr führt Franz Kraus durch die Kirche. Dabei bekommt man auch die wertvolle Wildensteiner Monstranz, in Volksmund Tilly-Monstranz genannt, zu sehen. In der Raiffeisenbank am Marktplatz kann man im Ober- und Dachgeschoss eindrucksvolle Holzkonstruktionen bewundern. Um 11 Uhr bietet dazu Kurt Martens eine Führung an.
Neumarkt
Reinhard Veit zeigt Besuchern am Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr die eindrucksvolle Burganlage. Durch die Initiative der Wolfsteinfreunde ist ihre Dimension heute wieder sichtbar geworden.
Am Rainbügl 2 wird derzeit ein altes Wohnhaus im Zwingerbereich der ehemaligen Stadtbefestigung saniert. Von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr kann es besichtigt werden. Führungen machen die Architekten nach Bedarf.
Die spätgotische Hallenkirche mit ihrem stattlichen Westturm hat von 13 bis 15 Uhr geöffnet. Führungen werden je nach Bedarf angeboten. Durch die ehemalige Türmerstube können die Besucher auch einen Blick in den beeindruckenden Dachstuhl werfen. Die Glocken stammen aus dem Jahr 1427. Auch eine Kirchturmbegehung mit toller Fernsicht ist möglich.
Postbauer-Heng
Von 1283 bis 1805 war der Deutsche Orden mit einem Schloss in Postbauer vertreten. Nach seiner Renovierung 1996 geben sich dort Künstler ein Stelldichein. Ortsheimatpfleger Hans Bradl führt Interessierte um 14 Uhr durch das Gebäude.
Parsberg
Das Museum präsentiert auf rund 1200 Quadratmetern in drei Schwerpunkten das Leben der Menschen aus der Region Neumarkt, Parsberg und Regensburg. Im Erdgeschoss stehen die Entstehung der regionalen Landschaft sowie die Stadtgeschichte im Fokus. Im 1. Stock befindet sich die Volkskundliche Abteilung. Und in der historischen Abteilung werden die Auswirkungen der deutschen Geschichte auf die Region dargestellt. Am Sonntag hat das Museum länger geöffnet als sonst: von 14 bis 18 Uhr – und der Eintritt kostet einen Euro.
Sulzbürg
Die Gruft unterhalb der Schlosskirche St. Michael in Sulzbürg ist die letzte Ruhestätte der jüngsten Generationen des Grafengeschlechts der Wolfsteiner. Für rund 300000 Euro war sie in den vergangenen Jahren saniert worden. Freigelegt worden waren zwölf Grablegen – teilweise in Sarkophagen, teils in Bodengräbern. Sie sind von 14 bis 16 Uhr zu sehen.
Berching
In der Lorenzkirche (Bild) kann man gotische und barocke Sakralkunst mit dem Werkstoff Holz bewundern. Ludwig Englmann war bauleitender Architekt bei der Sanierung des Dachstuhls und des Kirchenturms. Er wird diese fachkundig erklären. Danach ist eine Besteigung des Kirchturms möglich. Dipl.-Ing. Stefan Lerzer wird den Dachstuhl und die Statik der Benediktinerabtei Plankstetten näher erklären. Abt Beda wird die Chorkapelle und ihre theologischen Hintergründe erschließen. Treffpunkt ist um 14 Uhr sowohl an der St.-Lorenzkirche in Berching als auch an der Klosterpforte der Benediktinerabtei Plankstetten. Beide Führungen werden jeweils um 16 Uhr wiederholt.
Kastl
Die Sakristei mit ihrer barocken Inneneinrichtung, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich ist, sowie die barocke Kanzel und das gotische Chorgestühl sind von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Jeweils um 14 und 16 Uhr bietet Gertraud Steuerl Führungen.