Oberpfalz & Bayern 19.09.2012, 20:17 Uhr

Drohnen ziehen Kreise über der Oberpfalz

Erstmals durften die unbemannten Flugkörper des Aufklärungslehrbataillons 3 in Deutschland außerhalb eines Truppenübungsplatzes fliegen.

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Ein lauter Knall, ein Feuerschweif, Pulverdampf: Die Drohne vom Typ KZO wird von einem Lastwagen aus zur Aufklärungsmission gestartet. Foto: Archiv

Ein lauter Knall, ein Feuerschweif, Pulverdampf: Die Drohne vom Typ KZO wird von einem Lastwagen aus zur Aufklärungsmission gestartet. Foto: Archiv

Von Fritz Winter, MZ

Grafenwöhr. Jetzt, kurz vor Mittag, hat sich der dichte Nebel über dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr endlich verzogen. Die Sonne bricht durch, ein strahlend blauer Himmel zeigt sich, und in etwa einem Kilometer Entfernung sieht man einen olivgrünen Laster auf einem Hügel stehen. Plötzlich ein lauter Knall, ein Feuerschweif, Pulverdampf rund um den Lkw – dann verschwindet ein winziger Punkt mit dem Surren eines übergroßen Rasenmähers am Horizont. Die Drohne ist gestartet.

Wir sind bei der 5. Kompanie des Aufklärungslehrbataillons 3 aus Lüneburg. Diese Kompanie – eine von sechs des Bataillons – ist die Drohnenkompanie und sie übt zusammen mit weiteren Einheiten zwei Wochen lang auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. „Hauptarbeitsgerät“ ist das „Kleinfluggerät Zielortung“, kurz KZO, wie die Drohne im Militärjargon genannt wird. Das Besondere an dieser Übung: Erstmals in der Geschichte des Bataillons flogen die Drohnen auch außerhalb des Truppenübungsplatzes und klärten über der Oberpfalz von Grafenwöhr bis kurz vor Burglengenfeld auf. „Luftraumkoordination, Flugplanung und Schießsicherheit hatten dabei eine besondere Bedeutung“, sagt Oberleutnant Jacob Schwarz, der Zugführer des Drohnenzuges.

Einsatzerfahrung in Afghanistan

Das Aufklärungslehrbataillon 3, das zu den Divisionstruppen der 1. Panzerdivision in Hannover und damit zu den Eingreifkräften der Bundeswehr gehört, hat schon umfangreiche Einsatzerfahrung in Bosnien und in Afghanistan gesammelt. Im vergangenen Jahr war die 2. Kompanie in Mazaar-i-Sharif und in Kundus eingesetzt und flog mit dem KZO Aufklärung rund um das dortige deutsche Feldlager. Dieses Jahr bleibt ohne Auslandseinsatz und wird für die Aus- und Weiterbildung genutzt, bevor das Bataillon 2013 die Aufklärungskomponente der EU-Battle-Group und voraussichtlich 2014 wieder einen Einsatzauftrag in Afghanistan übernehmen wird. „Wegen der Nähe zum Flughafen München mit einer hohen Flugfrequenz ist die Übung durchaus mit der Realität des militärischen Flugverkehrs in Afghanistan vergleichbar“, sagt Bataillonskommandeur Oberstleutnant Dr. Christian Freuding. „Die Abstimmung mit der zivilen Flugsicherung ist wesentlich komplexer als auf dem Truppenübungsplatz in der Lüneburger Heide.“

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