Oberpfalz & Bayern 02.11.2012, 16:04 Uhr

„Frei.Wild“ sorgt für Aufregung

Am Samstag tritt die Südtiroler Band in der Donau-Arena auf. Die Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ kritisiert, dass die Stadt das nicht verhindert.

„Frei.Wild“ spaltet die Gemüter: Die Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ fordert die Stadt auf, etwas gegen das Konzert zu unternehmen. Foto: Archiv

„Frei.Wild“ spaltet die Gemüter: Die Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ fordert die Stadt auf, etwas gegen das Konzert zu unternehmen. Foto: Archiv

von Pascal Durain, MZ

Regensburg. Sie stürmen die Album-Charts (aktuell Platz 9) und sie singen davon, wie sie prügelnd durch die Straßen zogen und „keine Gefangenen gemacht haben“: Die umstrittene Südtiroler Rockband „Frei.Wild“ tritt am Samstag in der Donau-Arena auf, um ihre CD „Feinde deiner Feinde“ vorzustellen. Und das erzürnt viele Gemüter. Denn für viele ist Frei.Wild nicht bloß einfach eine Rockband, die patriotische Werte vertritt, sondern eine Rechtsrock-Gruppe, die dem braunen Sumpf Zulauf verschafft. Die Brixener Band dementiert das – auf Konzerten wird „Nazis raus“ gebrüllt. Und dennoch war das neonazistische Internetprojekt „FSN TV“ voller Lob für die Band, weil sie die „richtigen Werte“ unters Volks bringe. Politologen bescheinigen Frei.Wild, ultranationalistisch zu sein.

Auch die Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ äußerte sich im Vorfeld des Konzerts per Mitteilung dazu. Demnach findet man es beschämend und gefährlich, dass dieser Band die Donau Arena, die die Regensburger Badebetriebe GmbH als Tochtergesellschaft der Regensburger Stadtwerke betreibt, zur Verfügung gestellt wird. Die Initiative, der mittlerweile mehr als 150 Gastronomen angehören, fordert daher die Stadt Regensburg, den Oberbürgermeister und alle Stadtfraktionen auf, dass sie „die Einflussnahme von extrem Rechten im städtischen Bereich verhindern“.

Der Sprecher der Regensburger Badebetriebe, Ludwig Bergbauer, erklärte dazu gegenüber der MZ: „Dieses Konzert findet im Rahmen einer Deutschland-Tour statt.“ Kein Titel oder keine CD der Band stünden auf dem Index für jugendgefährdende Medien. Die Band sei auf mehreren größeren Festivals aufgetreten, zum Beispiel auf dem Wacken Open Air, oder vor dem Berliner Olympiastadion. Von daher könne man so ein Konzert nicht einfach verbieten, nur weil es einigen nicht passt. Bergbauer: „Das funktioniert ähnlich wie bei einer öffentlichen Ausschreibung. Wir haben keine Handhabe, das abzulehnen.“

Die Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ will „angeblich fehlende Handlungsmöglichkeiten der Stadtwerke“ nicht gelten lassen. Ein Vertragsabschlusszwang bestehe hier nicht. So könnten die Stadtwerke grundsätzlich frei entscheiden, an wen sie ihre Räumlichkeiten vermieten. „Warum halten sich die Stadtwerke nicht an die Vorgaben, die für die Jugendzentren der Stadt gelten?“ Die Stadt habe ausreichend Gelegenheit gehabt, sich über „Frei.Wild“ zu informieren. Demokratische Kultur sei unvereinbar mit der Unterstützung und Bedienung bis hin zum Shuttle-Service, den Frei.Wild nun in Regensburg erfahren werde.

 

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