Oberpfalz & Bayern 09.10.2012, 17:14 Uhr

Fünf Jahre Haft für Mutter

Eine 29-jährige Angeklagte, die ihr Kind nach der Geburt sterben ließ, wurde vom Landgericht Bamberg zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Das gericht sah die Schuld der Angeklagten als erwiesen an. Foto: dpa

Das gericht sah die Schuld der Angeklagten als erwiesen an. Foto: dpa

Bamberg. Eine Mutter, die ihr Baby nach der Geburt sterben ließ, muss für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Laut Urteil des Landgerichts Bamberg vom Dienstag kümmerte sich die 29-Jährige direkt nach der Entbindung nicht um ihr Kind und der Säugling starb deshalb. Die Frau muss nun wegen Totschlags durch Unterlassen in Haft.

Die 29-Jährige hatte die Tat bereits bei den polizeilichen Vernehmungen gestanden: Das Baby habe geschrien, da habe sie es im Bad liegen lassen. Die Leiche versteckte die Frau zunächst in Tüten verpackt im Schlafzimmer. Monate später brachte sie den Leichnam in ein Flurstück nahe Walsdorf im Landkreis Bamberg. Da sie die Vorwürfe auch vor Gericht einräumte, hatte ihr die Kammer eine Haftstrafe von maximal fünf Jahren zugesichert.

„Es war nicht ihr direkter Vorsatz, das Kind zu töten“, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Schmitt. Aber die 29-Jährige habe gewusst, dass das Kind auf Hilfe angewiesen war. Sie habe also „billigend in Kauf genommen“, dass das Baby stirbt.

Der Säugling kam im Januar 2011 im Landkreis Bamberg zur Welt. Dort wohnte die Frau, die aus dem Raum Stuttgart kommt, einige Monate lang bei ihrem damaligen Freund. Später zog sie zurück nach Baden-Württemberg.

Ihrem Freund hatte die Frau Schwangerschaft und Geburt verheimlicht. Er war nicht der Vater des Kindes. Ein Gutachter hatte der Angeklagten volle Schuldfähigkeit bescheinigt. Sie lebe zwar in einer Scheinwelt und packe Probleme nicht offensiv an, psychisch krank oder verhaltensgestört sei sie aber nicht.

Eine Spaziergängerin hatte die Babyleiche vor knapp einem Jahr entdeckt. Das Handtuch, in das der Leichnam gewickelt war, führte die Ermittler zunächst zum damaligen Freund der nun verurteilten Frau. Schnell stellte sich heraus, dass einige Monate lang seine damalige Freundin bei ihm gewohnt hatte. Ein DNA-Abgleich bestätigte ihre Mutterschaft.

Die 29-Jährige hat aus anderen Beziehungen fünf Söhne. Das Sorgerecht für die vier älteren Buben hat sie verloren. Der jüngste Sohn kam vor wenigen Monaten im Gefängnis zur Welt. (dpa)

 

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