Oberpfalz & Bayern 29.07.2011, 20:13 Uhr

Geburtstag in Lummerland: Jim Knopf wird 50

Den schwarz gelockten Jungen und seinen Freund, Lukas den Lokomotivführer, kennt fast jedes Kind. Über Generationen haben sie seine Abenteuer verfolgt.


        Die Geschichte von Jim Knopf wurde vor 50 Jahren erstmals in der Puppenkiste aufgeführt und in mehreren TV-Produktionen verfilmt. Foto: dpa

Die Geschichte von Jim Knopf wurde vor 50 Jahren erstmals in der Puppenkiste aufgeführt und in mehreren TV-Produktionen verfilmt. Foto: dpa

Von Katia Rathsfeld, dpa

Augsburg. Ein Paket kommt auf der kleinen Insel Lummerland an. Darin finden die Bewohner einen schwarzen Jungen mit Locken und einem roten Wollpullover: Jim Knopf. Seine Abenteuer mit Lukas dem Lokomotivführer wurden vor allem durch die Verfilmung in der Augsburger Puppenkiste weltberühmt. Am heutigen Samstag feiert das Puppentheater den 50. Geburtstag der kleinen Holz-Marionette.

Puppenkisten-Leiter Klaus Marschall hat die Geschichte des mutigen Jungen sozusagen hautnah miterlebt. „Wir sind der gleiche Jahrgang“, erzählt der 50-Jährige. Seine Mutter Hannelore, Tochter des Puppenkisten-Gründers Walter Oehmichen, schnitzte die Figuren für das weltbekannte Theater. „Jim Knopf ist entstanden, als sie mit mir schwanger war“, erzählt Marschall. Später habe sein Laufstall in der Werkstatt gestanden.

Erste Dreharbeiten 1961/62

Allerdings machte Hannelore Marschall den kleinen schwarzen Jungen nicht wie andere Marionetten aus weichem Lindenholz, sondern verwendete vorgedrechselte Holzkugeln. „Nur den Mund und die Augen hat sie geschnitzt“, sagt ihr Sohn heute. Ohren und Nase von Jim Knopf wurden angesetzt. Auf diese Weise habe sie den Illustrationen in der Buchvorlage von Michael Ende möglichst nahe kommen wollen, erklärt er.

Auch an die Dreharbeiten des Hessischen Rundfunks (HR) in der Augsburger Puppenkiste erinnert sich Marschall noch gut – sie verwandelten das Foyer in den Sommermonaten in ein Filmset. Bei den ersten Jim-Knopf-Folgen 1961/62 war er noch zu klein, um richtig mithelfen zu können. 15 Jahre später bewegte er bei weiteren vier Folgen unter anderem das berühmte Plastikfolien-Wasser. „Das war hoch kompliziert. Es saßen an jeder Ecke drei Mitarbeiter“, erzählt der Puppenkistenleiter. Über die Kulisse waren ein blaues Tuch und die Folie gespannt, zwischen den Bahnen die Marionetten aufgehängt. „Wir hatten bis zu drei Bahnen hintereinander, das war Millimeterarbeit.“

 

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