Oberpfalz & Bayern 27.06.2012, 18:19 Uhr

Jungen tun sich schwer mit Turbo-Abi

Mehr als 1300 Abiturienten fielen dieses Jahr durch. Trotz der Kritik am G8 lehnt Kultusminister Ludwig Spaenle eine grundlegende Reform ab.

In der Pubertät tun sich Schüler mit der Stofffülle oft schwer. Foto: dpa

In der Pubertät tun sich Schüler mit der Stofffülle oft schwer. Foto: dpa

Von Reinhold Willfurth, MZ, und unseren Agenturkorrespondenten

München. Bei den diesjährigen Abiturprüfungen in Bayern sind 3,7 Prozent der Prüflinge durchgefallen. Das sind etwas mehr als im vergangenen Jahr, als die Quote bei knapp drei Prozent lag. Das berichtete Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Mittwoch in der Kabinettssitzung in München. Die Ergebnisse lägen im „erwarteten Korridor“, sagte Spaenle. Der Notendurchschnitt der Abiturergebnisse liegt demnach in diesem Jahr bei 2,33 - im vergangenen Jahr war der Schnitt mit 2,27 etwas besser.

Spaenle griff, ohne ihn namentlich zu nennen, den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) scharf an, der vergangene Woche von einer Durchfallquote von mehr als zehn Prozent gesprochen hatte. „Niemand kann diese Horrorzahlen nachvollziehen“, sagte er und sprach von einer „offensichtlichen Missachtung der Fakten“. Die tatsächlichen Ergebnisse zeigten, dass die Zahlen des BLLV „aus der Fantasie gegriffen“ gewesen seien. „Die prognostizierten Horrormeldungen sind in keiner Weise nachvollziehbar“, sagte Spaenle. Es sei unverantwortlich gewesen, die Schüler, die zu diesem Zeitpunkt noch in den Prüfungen steckten, damit zu verunsichern.Tatsächlich nahmen in diesem Jahr 16 Prozent der Abiturienten an den zusätzlichen mündlichen Prüfungen teil – so viele wie im vergangenen Jahr auch. Die Hälfte davon absolvierte die mündlichen Prüfungen freiwillig, die andere Hälfte musste in die Nachprüfung. Spaenle sprach von einer neuen „Kultur des Mündlichen“. Mündliche Leistungen würden bei den Abiturprüfungen stärker gewichtet, erklärte er - damit trage man der Arbeitswelt von heute Rechnung.

Schlechte Zeugnisse nehmen zu

Insgesamt nahmen in diesem Jahr rund 36.000 Abiturienten an den Abiturprüfungen teil. Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr, als die ersten Schüler des neuen achtjährigen Gymnasiums Abitur machten. Rund ein Drittel der Schüler habe bei den Prüfungen im Frühjahr gute und sehr gute Ergebnisse erzielt, sagte Spaenle. Er musste aber auch einräumen, dass es dieses Jahr erneut eine größere Spreizung zwischen sehr guten und sehr schlechten Abiturergebnissen gibt.

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