Oberpfalz & Bayern 06.07.2012, 17:32 Uhr

Kontrolleure wieder bei Müller-Brot

Zwei Besuche haben die Lebensmittelkontrolleure den Logistik- und Kühlräumen der Bäckerei abgestattet. Dort gab es nichts zu beanstanden.

Die Produktion bei Müller-Brot war Ende Januar wegen massiver Hygienemängel geschlossen worden. Foto: dpa

Die Produktion bei Müller-Brot war Ende Januar wegen massiver Hygienemängel geschlossen worden. Foto: dpa

Neufahrn/München. Auch die Backwaren der neuen Besitzer von Müller-Brot werden von Lebensmittelkontrolleuren unter die Lupe genommen. Bei zwei unangemeldeten Besuchen hätten Beamte des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), der Regierung von Oberbayern und des Landratsamtes Freising die Logistik- und Kühlräume der seit über fünf Monaten geschlossenen Brotfabrik in Neufahrn b. Freising inspiziert. „Bei beiden Kontrollen gab es keinerlei Spuren von Ungeziefer“, teilten die Eigentümer der Müller-Brot-Filialen, Evi Müller und Franz Höflinger, am Freitag mit.

In den Logistik- und Kühlräumen - sie gehören nicht zum Gelände der insolventen Brotfabrik - wird die Ware auf die Filialen verteilt. Gebacken werden Semmeln, Brezn und Brot in Bäckereien im Großraum München. „Unser oberstes Ziel ist es, das Vertrauen der Verbraucher wieder zu gewinnen“, ließen Müller und Höflinger wissen. „Wir arbeiten deshalb eng mit unseren Lieferanten und den Aufsichtsbehörden zusammen, um eventuelle Schwachpunkte schnell zu erkennen, Fehler abzustellen und so nachhaltig Hygiene und Sauberkeit auf höchstem Niveau zu garantieren.“

Nach wie vor planen die Besitzer der Müller-Brot-Filialen, ihre Ware wieder selber zu backen. Die stillgelegte Fabrik in Neufahrn sei aber für handwerklich hergestellte Ware ungeeignet und erheblich zu groß, hieß es weiter. Daher ist das Duo Müller/Höflinger auf der Suche nach einer zum Kauf angebotenen Großbäckerei im Raum München. Auch ein Neubau wird nicht ausgeschlossen, aber nach Auskunft eines Sprechers aus Zeitgründen nicht favorisiert. Am liebsten würde Evi Müller ihre Wiesn-Brezn für das diesjährige Oktoberfest wieder selber backen.

Im Zuge der Insolvenz von Müller-Brot haben mehr als 1200 Gläubiger Forderungen in Höhe von 83 Millionen Euro angemeldet. Dazu gehören neben Banken, Lieferanten, Kfz-Werkstätten und Reinigungsfirmen auch einige der einst mehr als 1200 Mitarbeiter, von denen nur rund 450 übernommen wurden. Müller und Höflinger gehören nur die Filialen, nicht die stillgelegte Fabrik selbst. Die Produktion war Ende Januar wegen massiver Hygienemängel geschlossen worden. Zwei Wochen später meldete Fabrikbesitzer Klaus Ostendorf Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Insolvenzverschleppung gegen die drei ehemaligen Geschäftsführer. (dpa)

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