Krailling: Blut fand sich in der ganzen Wohnung
Sachverständige stellen DNA-Spuren des Angeklagten am Tatort fest — der Hauptbeweis gegen den Onkel der toten Mädchen.
München. Nach dem Mord an den Schwestern Chiara und Sharon haben die Ermittler zahlreiche DNA-Spuren des angeklagten Onkels in der Wohnung in Krailling gefunden. Die untersuchten Blutspuren seien zum Teil Mischspuren, die dem Angeklagten und einem der Mädchen zuzuordnen seien, sagte die DNA-Gutachterin vom Rechtsmedizinischen Institut der Universität München, Dagmar Schmid. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Spuren nicht von dem 51-Jährigen stammten, liege bei eins zu mehr als einer Billion, sagte die Gutachterin.
Die Spuren stammen nicht von Nasenbluten
Der Rechtsmediziner Jiri Adamec hatte am Vormittag erläutert, dass mindestens eine Blutspur nicht von einem Nasenbluten stammen könne. Denn bei Nasenbluten tropfe das Blut senkrecht zu Boden; hier aber handele es sich um einen Spitzer aus waagrechter Richtung. „Das Blut muss sich relativ schnell bewegt haben.“
Der Angeklagte hatte in einer der ersten Vernehmungen gesagt, seine Blutspuren könnten von einem Nasenbluten bei einem Besuch zwei Wochen vor der Tat in der Wohnung der Schwägerin stammen. Später schwieg er. Auch im Prozess hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
In fast allen Zimmern war Blut
Der Onkel der Kinder soll sich laut Anklage in der Nacht zum 24. März 2011 in die Wohnung geschlichen und die acht und elf Jahre alten Mädchen brutal ermordet haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der verschuldete Familienvater auch noch die Mutter umbringen wollte, um an ein Erbe zu kommen.
Laut Anklage brachte er die Kinder mit einem Strick, einer Hantelstange und einem Messer um. Insgesamt wurden 620 DNA-Proben aus der Wohnung untersucht. Die Spuren des Onkels fanden sich den Sachverständigen zufolge an unterschiedlichen Stellen — etwa an einem Stuhl, einer Jacke in der Garderobe, am Geschirrspüler, am Spülkasten in der Toilette — praktisch in allen Räumen außer im Büro.



