Müller-Brot will in einer Woche wieder backen
Die wegen Hygienemängel geschlossene Bäckerei sieht in der Krise eine Chance. Die Produktion soll neu anlaufen.
Schädlingsbekämpfer sind in der Großbäckerei im Einsatz.
Neufahrn. Die seit 30. Januar stillgelegte Großbäckerei Müller-Brot will in gut einer Woche wieder die Produktion aufnehmen. Die Geschäftsleitung bat am Donnerstagabend beim Landratsamt Freising um einen Abnahmetermin am Freitag, den 17. Februar. „Bis dahin sollen die notwendigen Maßnahmen durchgeführt worden sein, um die erforderlichen hygienischen Zustände zur Freigabe der Produktion herzustellen“, teilte die Behörde mit.
Müller-Brot selbst bezeichnete seine derzeitige Krise als „Chance für einen grundlegenden Neustart“. Man werde das interne Reinigungsmanagement komplett neu gestalten und mehr Dienstleister in diesem Bereich beauftragen. „Erklärtes Ziel der Unternehmensführung ist es, am Ende das Vertrauen der Verbraucher wiederzugewinnen“, hieß es am Donnerstagabend in einer Mitteilung des Unternehmens.
Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) waren in Neufahrn Schaben und Mäusekot unmittelbar vor dem Produktionsstopp vor eineinhalb Wochen im Mehl, aber nicht in fertiger Ware selbst gefunden worden. Eine Gesundheitsgefährdung für den Verbraucher habe dadurch nicht bestanden. „Weder auf noch in den Backwaren konnten bei mikrobiologischen Laboruntersuchungen Schädlinge oder Mäusekot festgestellt werden“, teilte das LGL mit. „Dennoch erfolgte eine Entsorgung von Waren im Zusammenhang mit den Betriebskontrollen, wenn im Umfeld der Produktion unhygienische Umstände vorgefunden wurden.“
Die vor eineinhalb Wochen wegen gravierender Hygienemängel geschlossene Großbäckerei Müller-Brot ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren 21 Mal von der Lebensmittelüberwachung kontrolliert worden. Bei sieben dieser unangekündigten Besuche in Neufahrn war die Spezialeinheit des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen beteiligt. Seit Herbst 2010 musste die Bäckerei sechsmal ungenießbare Ware vernichten, wie das Landratsamt Freising am Donnerstag mitteilte. In drei dieser Fälle waren die Produkte bereits ausgeliefert, heimlich wurde sie wieder eingesammelt. Für eine öffentliche Rückrufaktion hätten die rechtlichen Voraussetzungen gefehlt. Zu einer Schließung der Bäckerei kam es am 30. Januar, erst danach erfuhren die Verbraucher von den Hygienemängeln.


