Oberpfalz & Bayern 03.02.2012, 21:40 Uhr

Mäuse liefen durch die Müller-Brot-Bäckerei

Seit langem kämpft die Großbäckerei mit Hygieneproblemen. Bis auf weiteres bleibt die Produktion bei Müller-Brot stillgelegt.


        Die Großbäckerei steht wegen Hygieneproblemen unter Beobachtung.

Die Großbäckerei steht wegen Hygieneproblemen unter Beobachtung.

Neufahrn. Der Skandal um Hygienemängel in der oberbayerischen Großbäckerei Müller-Brot weitet sich aus, immer mehr unappetitliche Details werden bekannt. Dabei haben die Lebensmittelkontrolleure die mittlerweile geschlossene Bäckerei wegen Mäusekot und ähnlicher Mängel bereits seit zweieinhalb Jahren im Visier. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit fast neun Monaten. Bei den gefundenen Schädlingen handelte es sich um Mäuse.

Wiederholt Mäusekot und Speisereste in der Produktion gefunden

Die Öffentlichkeit erfuhr allerdings erst vor wenigen Tagen, dass das Unternehmen mit massiven Problemen zu kämpfen hat. Der Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, sagte dem Bayerischen Rundfunk, man habe wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen gefunden. Die Anlagen seien daraufhin gereinigt worden, später sei der Kot aber an anderen Stellen wieder aufgetaucht.

Das Landratsamt Freising wies die Staatsanwaltschaft Landshut am 10. Mai 2011 auf Hygienemängel in dem Neufahrner Betrieb hin, wie Oberstaatsanwalt Markus Kring am Freitag sagte. Besondere Kontrollen der Lebensmittelüberwachung gab es bereits seit zweieinhalb Jahren. Eine Spezialeinheit des LGL habe den Betrieb erstmals am 9. Juli 2009 unter die Lupe genommen, sagte Zapf am Freitag in Freising. Bis Ende 2011 folgten weitere sechs Überprüfungen. Dazu kamen Kontrollen des Landratsamts.

„Es wird wegen des Inverkehrbringens von Lebensmitteln ermittelt, die für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet sind“, sagte Oberstaatsanwalt Kring. Ungeziefer habe bislang nicht die Hauptrolle gespielt. Es sei aber in der Branche bekannt, dass Mäuse und Schaben in Backstuben dazugehören. Die Staatsanwaltschaft habe sich vor allem dafür interessiert, „welche Lebensmittel den Betrieb verlassen haben“, sagte Kring. Danach sei es in erster Linie darum gegangen, wie die Verschmutzungen der Produktionsanlagen abgestellt werden können. Der Staatsanwalt nannte das Bemühen um bessere Hygiene in der Großbäckerei ein „stetiges Auf und Ab“.

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