Oberpfalz & Bayern 20.08.2012, 16:09 Uhr

Heimatliebe auf dem Nummernschild

Bei Kfz-Kennzeichen sollen Kreise und Städte freiere Hand bekommen – vor allem, um verschwundene Kürzel wiederzubeleben. Kritiker befürchten ein Durcheinander. Auch in den Landratsämtern der Region hält sich die Begeisterung in Grenzen.

Ab Herbst sollen die neuen alten Kennzeichen wieder möglich sein. Foto: dpa

Ab Herbst sollen die neuen alten Kennzeichen wieder möglich sein. Foto: dpa

Von Reinhold Willfurth, MZ, und unseren Korrespondenten

München/Regensburg. Warten auf BUL, SOG und WOR: Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will die alten Kennzeichen wieder zulassen. Bis zur endgültigen Wiedereinführung der früheren Autokennzeichen in 1972 aufgelösten fast 100 Alt-Landkreisen und kreisfreien Städten Bayerns werden noch einige Monate ins Land gehen. Zunächst muss der Bundesrat die Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung bestätigen. In Bayern muss noch das Kabinett zustimmen. Doch sind längst nicht alle Details geklärt: „Hinsichtlich des Verfahrens und der möglichen Gebiete für eine Wiedereinführung besteht noch Abstimmungsbedarf“, sagt eine Sprecherin des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Ramsauer will auch die Einführung neuer Kennzeichen ermöglichen.

Die Wunden von 1972

Im Zuge der Gebietsreform Anfang der 70er Jahre hatten 23 bayerische Städte ihre Unabhängigkeit als kreisfreie Städte verloren, 72 Landkreise wurden aufgelöst. Dazu zählen Burglengenfeld (BUL) in der Oberpfalz ebenso wie Dinkelsbühl (DKB) in Mittelfranken, das oberbayerische Schongau (SOG), Wolfratshausen (WOR) oder das niederbayerische Eggenfelden (EG). In all diesen Kommunen sollen die Bürger künftig wählen dürfen, ob sie an ihrem Auto das frühere Nummernschild oder das heutige Kennzeichen ihres Landkreises schrauben. Die Burglengenfelder hätten damit die Wahl zwischen dem wiedereingeführten BUL und SAD – dem Kennzeichen ihres Landkreises Schwandorf.

Die sogenannte kommunale Familie ist in Sachen Nummernschild gespalten: Viele Bürgermeister heute kennzeichenloser Städte sind für die Wiedereinführung, der Landkreistag dagegen. Aber sogar in manchen der betroffenen Städte sind die Bürgermeister skeptisch. So steht der Burglengenfelder Bürgermeister Heinz Karg (SPD) der Wiedereinführung von BUL reserviert gegenüber, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung sagt. „Wir wollen das zarte Pflänzchen der interkommunalen Zusammenarbeit nicht gefährden“. Die Burglengenfelder wollen nämlich in den Nachbarstädten Maxhütte und Teublitz nicht den Eindruck erwecken, als wollten sie eine hervorgehobene Rolle spielen.

 

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