Mehr Geld für das „Gesicht Bayerns“
Bayerns Generalkonservator Egon Greipl fordert zum „Tag des offenen Denkmals“ mehr finanzielle Mittel. Am Sonntag sind viele Bauwerke geöffnet.
Generalkonservator Egon Greipel fordert, dass private Besitzer historischer Bauwerke bei Restaurierungsmaßnahmen finanziell besser gefördert werden. Foto: dpa
Bayreuth/München. Vor dem Tag des offenen Denkmals an diesem Sonntag hat Bayerns Generalkonservator Egon Greipl mehr Geld für den Denkmalschutz gefordert. Vor allem privaten Besitzern von Denkmälern müsse beim Erhalt finanziell unter die Arme gegriffen werden, teilte Greipl in München mit. In strukturschwachen Gebieten drohe ein Verlust von Denkmälern. „Es geht um das Gesicht Bayerns.“ Im Freistaat gebe es mehr als 165.000 Bau- und Bodendenkmäler. Von den 115.000 Baudenkmälern seien fast zwei Drittel in Privateigentum.
Am Sonntag erwartet das Landesamt für Denkmalpflege bayernweit etwa 300.000 Besucher. 900 Veranstaltungen sind geplant. Etliche historische Gebäude oder Parks öffnen ihre Pforten und bieten spezielle Programme an. In diesem Jahr steht der Tag des offenen Denkmals im Zeichen des Baustoffs Holz.
Spektakuläre Funde bei Landsberg
„Holz besitzt herausragende Eigenschaften und ist in vielen Bereichen bis in die neueste Zeit herein ohne Alternative. Deshalb hat sich der Mensch seit Anbeginn seiner Geschichte des Holzes bedient“, sagt Generalkonservator Greipl. Die ältesten und spektakulärsten Zeugnissen des Holzbaus im Freistaat sind bei Landsberg am Lech entdeckt worden. Die dort im Boden erhaltenen hölzernen Gebäudereste werden auf das Jahr 3496 v. Chr. datiert.
Die zentrale Veranstaltung im Freistaat findet heuer in Bayreuth statt. Schließlich hat die oberfränkische Stadt gleich zwei Opernhäuser von Weltrang zu bieten, die ihre Einzigartigkeit dem Baustoff Holz verdanken: das Markgräfliche Opernhaus, das die Unesco erst vor wenigen Monaten in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen hat, und Richard Wagners Festspielhaus, das seine weltweit einmalige Akustik dem mit Holz verkleideten Innenraum verdankt.
Das Opernhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts lässt Experten ins Schwärmen geraten. Denn der hölzerne Innenraum ist noch weitgehend im Originalzustand erhalten. „Viele andere Opernhäuser sind abgebrannt oder später modernisiert worden“, sagt Peter Seibert von der Bayerischen Schlösserverwaltung. Den Zuschauerraum bildet eine Fachwerkkonstruktion, die nicht mit der Dachkonstruktion zusammenhängt. „Das ist eine tolle Qualität der Ausführung“, sagt Seibert.

