Oberpfalz & Bayern 10.02.2012, 21:31 Uhr

Müller-Brot-Chef gibt schwere Fehler zu

Klaus-Dieter Ostendorf übernimmt die volle Verantwortung für den Hygieneskandal. In der Großbäckerei sind Jobs in Gefahr.

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        Bei Müller-Brot steht die Produktion still.

Bei Müller-Brot steht die Produktion still.

Neufahrn/Berlin. Müller-Brot-Chef Klaus-Dieter Ostendorf hat „grobe Fehler“ im Umgang mit den Lebensmittelkontrolleuren, den Kunden und der Öffentlichkeit eingeräumt. Für das Debakel der vergangenen anderthalb Wochen übernehme er persönlich Verantwortung, sagte der Mehrheitseigentümer der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). Das Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen, „das wird ein verdammt steiniger Weg“, sagte Ostendorf.

Sowohl das Hygienemanagement als auch die Kommunikation mit Kunden, Mitarbeitern und Partnern seien falsch gelaufen. Momentan werde jede Maschine auseinandergebaut, in ihre Einzelteile zerlegt, gereinigt und wieder montiert. „Und mit Unterstützung der Behörden wird unsere Produktion wohl die sauberste in der Umgebung werden“, sagte Ostendorf.

Den Pächtern, die zwei Drittel der 240 Müller-Brot-Filialen führen, kündigte er einen Ausgleich für ihre Verluste an. Mit einem unabhängigen Expertenbeirat, Verbraucherinformationen und einem Tag der offenen Tür wolle er für Transparenz sorgen.

Nach Gewerkschaftsangaben steht Müller-Brot nach der erzwungenen Schließung seiner Backfabrik in Neufahrn vor einem Personalabbau. „Die Geschäftsführung befürchtet, dass es zu einem Stellenabbau kommen wird“, sagte der Vertreter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss- Gaststätten (NGG), Mustafa Öz, am Freitag. Bei einem Treffen von Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft sei von Millionenverlusten seit dem Produktionsstopp die Rede gewesen. Der Betrieb ruht seit fast zwei Wochen.

Mit der Reform des Verbraucherinformationsgesetzes sollen künftig Verbraucher bei ähnlich unappetitischen Skandalen von den Behörden leichter Informationen erhalten. Der Bundesrat ließ die vom Bundestag beschlossene Reform am Freitag passieren. Die Neuregelung, die voraussichtlich zum 1. September in Kraft tritt, soll Hemmschwellen abbauen, zum Beispiel indem Anfragen bei Ämtern bis zu einem Verwaltungsaufwand von 250 Euro künftig kostenlos sind. Für Anfragen sollen fortan eine E-Mail oder ein Anruf reichen.

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