Noch 2012 kommt’s zum CSU-Duell
Beim Bezirksparteitag wird klar: Weder Europaministerin Emilia Müller noch ihr Herausforderer Alexander Flierl können ihres Sieges sicher sein.
Ein kurzes Posieren für die Fotografen – das war‘s. CSU-Bezirksvorsitzende Emilia Müller (61) und ihr Herausforderer, der Schwandorfer Kreisvorsitzende Alexander Flierl (42), wollen erst demnächst miteinander reden. An der Kampfkandidatur ändert sich aber nichts.
Roding.
Europaministerin Emilia Müller und der Schwandorfer CSU-Kreisvorsitzende Alexander Flierl wollen im Kampf um das Direktmandat für die Landtagswahl 2013 noch dieses Jahr die Waffen kreuzen. „Wir werden versuchen, die Nominierung bis zum Ende des vierten Quartals durchzuführen“, gibt Flierl am Samstag am Rande des CSU-Bezirksparteitages in Roding (Lkr. Cham) die Marschroute seines Kreisverbandes vor. Der Bezirksvorsitzenden Müller kommt das gerade recht. „Es ist in meinem Sinne, dass es zügig gemacht wird. Dann hören auch die Diskussionen auf.“
Kampfkandidatur mit Sprengkraft
Denn diskutiert wird derzeit viel. Das ist am Samstag nicht anders. Eigentlich soll das neue CSU-Programm „Oberpfalz 2020 – die Region mit Zukunft“ im Zentrum stehen. Von der Resolution für eine „Technische Hochschule“ in der Oberpfalz wünscht sich die Partei eine Signalwirkung, denn das bayerische Wissenschaftsministerium trifft demnächst eine erste Vorauswahl. Die Hochschulen Regensburg und Amberg-Weiden haben sich gemeinsam beworben.
Tatsächlich ist im offiziellen Teil nur von Sacharbeit die Rede. Sieht man einmal davon ab, dass der Rechenschaftsbericht der Bezirksvorsitzenden als verdecktes Werben um Parteifreunde zu verstehen ist – mit geschickt platzierten Details. „Der Frauenanteil in der CSU Oberpfalz beträgt derzeit lediglich 18,6 Prozent“, lässt Müller einfließen.
Das Hauptinteresse der 180 Delegierten aber gilt dem CSU-Personaltableau 2013. Auf dem Fluren wird über die Sprengkraft der Kampfkandidatur debattiert. Eine Ministerin und Bezirksvorsitzende, die in ihrem Stimmkreis ohne Mehrheit ist, wäre beschädigt. „Natürlich ist das so“, sagt der Regensburger OB Hans Schaidinger, der sich für Müller stark macht. Er zählt zu den wenigen, die sich klar positionieren. Viele halten es wie Bezirkstagspräsident Franz Löffler: „Ich werde es mir nicht anmaßen, von außen als Ratgeber aufzutreten.“

