Oberpfalz & Bayern 30.06.2013, 21:48 Uhr

Österreich hebt Maut-Sonderregelungen auf

Der Ausbau des Pfändertunnels an der deutsch-österreichischen Grenze hat Folgen: Österreich schafft die Maut-Sonderregelung bei Bregenz ab.

Eine neue Mautregelung sorgt für Ärger zwischen Österreich und Bayern. Foto: dpa

Eine neue Mautregelung sorgt für Ärger zwischen Österreich und Bayern. Foto: dpa

Lindau. Eigentlich ist es eine gute Nachricht für die Menschen im Bodensee-Dreiländereck: Nach jahrelangen Bauarbeiten am Pfändertunnel soll der Verkehr von Donnerstag an vierspurig durch zwei Röhren rollen. Damit verschwindet ein Flaschenhals, der häufig lange Staus verursacht hat. Die Eröffnung der zweiten Röhre im 6,5 Kilometer langen Tunnel von Bayern nach Vorarlberg hat aber auch unliebsame Konsequenzen.

Denn die österreichische Autobahngesellschaft Asfinag stellt in der Nacht zum Donnerstag den Verkauf der sogenannten Korridorvignette ein. Das Tages-Pickerl für zwei Euro war eine Maut-Sonderlösung am Pfändertunnel. Vor allem Urlauber auf der Durchreise in die Schweiz nutzten es. Auch die bisherige Sonderregelung für einen etwa sechs Kilometer langen Abschnitt der Inntalautobahn nach dem oberbayerischen Grenzübergang Kiefersfelden wird aufgehoben. In Zukunft will Österreich bei der Vignettenpflicht keine Ausnahmen mehr machen.

Menschen befürchten Verkehrschaos

Dies sorgt in beiden Grenzregionen für Unmut. Die Menschen befürchten ein Verkehrschaos. „Wenn das so kommt, haben wir hier im Winter Dauerstau“, sagt Erwin Rinner (CSU), Bürgermeister von Kiefersfelden.

Am 1. September 2008 wurde die Korridorvignette am Pfändertunnel eingeführt. Mit der Verkehrsfreigabe beider Röhren endet deren Gültigkeit. „Es war von Anfang an im Gesetz verankert, dass das Angebot zeitlich begrenzt ist“, sagt ein Sprecher der Asfinag. Das Zwei-Euro-Pickerl gilt - jeweils für eine Fahrtrichtung - auf dem 23 Kilometer langen Abschnitt der Rheintal-Autobahn 14 zwischen der Landesgrenze kurz hinter Lindau und Hohenems nahe dem Grenzübergang zur Schweiz. Knapp über fünf Millionen dieser Vignetten wurden laut Asfinag seit der Einführung verkauft.

„Die Korridorvignette ist ein Erfolgsmodell“, sagt der Lindauer Landrat Elmar Stegmann (CSU). Dass sie nun abgeschafft wird und auf dem kurzen Autobahnabschnitt durch den Pfändertunnel künftig die reguläre österreichische Vignette gilt, sei für die Region ein herber Schlag. Befürchtet wird, dass viele Urlauber, die sich die Maut sparen wollen, nun wieder auf die Nebenstraßen am Bodensee entlang ausweichen. Vor allem der Lindauer Stadtteil Zech und die Stadt Bregenz würden darunter leiden, sagt der Landrat. „Die Städte ersticken jetzt schon im Sommer im Verkehr.“

 

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