Oberpfalz & Bayern 19.09.2012, 21:04 Uhr

Papsthaus wird ein Hort der Wissenschaft

Frisch renoviert, wird das frühere Wohnhaus in Pentling zur theologischen Begegnungsstätte. Dazu reist am Samstag hoher Besuch aus Rom an.

Das Privathaus des Papstes in Pentling wurde renoviert und soll künftig der Wissenschaft dienen. Foto: dpa

Das Privathaus des Papstes in Pentling wurde renoviert und soll künftig der Wissenschaft dienen. Foto: dpa

Von Uli Scherr, dapd, und Christoph Renzikowski, KNA

Pentling. Der Schreibtisch ist ein Nachbau. Das Original steht in Rom. Joseph Ratzinger hat das Möbelstück mitgenommen, als er 1981 zum Präfekt der Glaubenskongregation berufen wurde. Der Tisch diente dem Theologen und heutigen Kirchenoberhaupt Papst Benedikt XVI. seit den 50er-Jahren als Arbeitsplatz. Am Samstag wird im Regensburger Vorort Pentling das renovierte frühere Wohnhaus des Papstes als Begegnungsstätte eingeweiht. Der nachgebaute Schreibtisch ist darin ein zentrales Exponat. Denn die neue Begegnungsstätte will sich ganz auf den Theologen und Professor Joseph Ratzinger konzentrieren.

„Man soll hier dem Leben der Familie Ratzinger und dem Arbeitsort des Professors begegnen können.“ Mit diesen Worten hat Rudolf Voderholzer vom Vorstand der Stiftung Papst Benedikt bei früherer Gelegenheit die Konzeption beschrieben.

Das Haus, das der Theologieprofessor Ratzinger bis zu seiner Berufung zum Erzbischof von München im Jahr 1977 bewohnte, ist in den vergangenen Wochen behutsam renoviert und in seinen „Ursprungszustand“ gebracht worden. Unter anderem wurde das frühere Arbeitszimmer des Theologieprofessors wieder originalgetreu eingerichtet – mit seinen Büchern und seinem Mobiliar. Zu sehen ist in dem Haus auch die mechanische Schreibmaschine, auf der Ratzingers 1991 verstorbene Schwester Maria über Jahrzehnte sämtliche Manuskripte ihres gelehrten Bruders abtippte.

Ratzingers Schwester und seinem drei Jahre älteren Bruder Georg, dem ehemaligen Regensburger Domkapellmeister und Chef der weltberühmten Domspatzen, sind in der neuen Begegnungsstätte eigene Räume gewidmet. Der Kirchenmusiker steuerte für die Ausstattung einige Handschriften eigener Kompositionen bei. Das Wohnzimmer wurde zum Konferenzzimmer umgestaltet, für kleinere Veranstaltungen mit bis zu 25 Personen.

Von außen wird vorerst nur eines an seinen früheren prominenten Besitzer erinnern: Der Traunsteiner Bildhauer Johann Brunner hat eine Bronzebüste vom Papst angefertigt, die neben der Haustür angebracht wird. Offenbar hat Benedikt XVI. Gefallen an Brunners Arbeit gefunden. Von ihm stammt auch eine Skulptur, die seit 2007 an die Primiz der Ratzinger-Brüder vor der Traunsteiner Pfarrkirche Sankt Oswald erinnert.

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