Oberpfalz & Bayern 13.11.2010, 09:54 Uhr

Regensburg: Kreuz musste weichen

In der Klasse am Albertus-Magnus-Gymnasium darf auch nicht mehr gebetet werden. Eltern wollen sich das nicht bieten lassen.

So wie hier in München musste auch an einer Schule in Regensburg das Kreuz im Klassenzimmer abgehängt werden. Ein Vater hatte sich beschwert.

So wie hier in München musste auch an einer Schule in Regensburg das Kreuz im Klassenzimmer abgehängt werden. Ein Vater hatte sich beschwert.

Von Helmut Wanner, MZ

Regensburg. Vor den Herbstferien kam die 13-jährige Evelyn (Name geändert) nach Hause und sagte: „Papa, heute haben sie in unserem Klassenzimmer das Kreuz weggetan, weil sich jemand dran gestört hat.“ Damit hat in Regensburg erstmals der Kruzifix-Beschlusses des Bundesverfassungsgerichtes konkrete Folgen.

Vier bis fünf Fälle von Kreuzabnahmen registriert das Bayerische Innenministerium pro Jahr, bei einer Zahl von 33.000 Klassenzimmern liegt dies im unteren Promillebereich. In der Diözese Regensburg wurden nach MZ-Informationen seit Wirksamkeit des Urteils eine Handvoll Fälle registriert, nicht alle kamen an die Öffentlichkeit.

Schule ist Kaderschmiede der Diözese

Dass es nun das Albertus-Magnus-Gymnasium getroffen hat, die Kaderschmiede des Priesternachwuchses der Diözese, verleiht der Sache besondere Brisanz. Der Passauer Bischof Wilhelm Schraml machte hier Abitur. Die Schule steuert gerade dem Höhepunkt des Albertus Magnus Jubiläumsjahres zu, an der die Schüler in vielfältiger Weise beteiligt sind. In Bayern 2 wurde am Sonntag um 8 Uhr in „Kirche und Welt“ sogar ein Hörbild gesendet, freute sich Schulleiter Dr. Wilhelm Pfaffel. Die Eltern der Klasse 7 b wurden von Vorgang offiziell am Ende eines Elternabends informiert.

Der Betreiber der Kreuzabnahme, ein promovierter und habilitierter Physiker an der Universität, saß im Kreis der Eltern und gab sich nicht zu erkennen. „Die Klassleiterin hat es mir geraten“, bekannte der Atheist gegenüber der MZ. Dabei erwähnte er, dass die Sache mit dem Kreuz eigentlich nur ein „Abfallprodukt“ gewesen sei. Er habe sich darüber empört, dass ohne sein Wissen in der Klasse seines Sohnes zwei Jahre lang zu Unterrichtsbeginn gebetet worden sei. Das habe er sich im Gespräch mit der Schulleitung verbeten. „Und wenn man schon dabei ist, nimmt man das Kreuz natürlich auch gleich mit.“

 

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