Oberpfalz & Bayern 02.11.2012, 16:55 Uhr

Semesterticket auf der Kippe

Deutsche Bahn, agilis und Vogtlandbahn stellen das „Semesterticket Schiene“ vor – und setzen die Studenten unter Druck. Diese bleiben skeptisch.

49 Euro kostet das Semesterticket bisher, sieben Euro tritt der RVV derzeit an die im Verbund beteiligten Bahngesellschaften ab. Am Dienstag wollen die Studenten über das Angebot entscheiden. Foto: Archiv

49 Euro kostet das Semesterticket bisher, sieben Euro tritt der RVV derzeit an die im Verbund beteiligten Bahngesellschaften ab. Am Dienstag wollen die Studenten über das Angebot entscheiden. Foto: Archiv

Regensburg. Seit Wochen herrscht Streit zwischen den Studierenden, den Bahnunternehmen und dem Regensburger Verkehrsverbund (RVV) über das Semesterticket. Genauer: Über dessen Höhe; und wer wie viel davon abbekommt. Am kommenden Dienstag wollen die Studierenden auf ihrer Vollversammlung darüber entscheiden, wie viel sie bereit sind, für das Semesterticket zu zahlen. Teurer wird es künftig auf jeden Fall.

Dazu haben Deutsche Bahn, Vogtlandbahn und agilis am Freitag per Pressemitteilung einen Kompromiss vorgelegt. Das Solidarmodell soll beibehalten werden; ein „Semesterticket Schiene“ soll geschaffen werden. Der Vorschlag sieht vor, dass Studierende für 25 Euro sechs Monate lang alle Nahverkehrszüge auf den Strecken im RVV-Gebiet für beliebig viele Fahrten in der zweiten Klasse nutzen können. Antonia von Bassewitz, Geschäftsleiterin DB Regio Oberbayern, richtete deutliche Worte an die Nachwuchs-Akademiker: „Sollte sich die Mehrheit der Studenten gegen die Annahme des Angebotes entscheiden, wird es ab dem Sommersemester 2013 kein Semesterticket in Regensburg mehr geben.“ Gerade Studenten, die häufig mit den Zügen von DB, Vogtlandbahn und agilis fahren, sollten daher Ihre Chance zur Stimmabgabe nutzen.

Der studentische Sprecher Matthias Zunhammer betont, dass die Bahnunternehmen damit keinen Schritt von ihrer 25-Euro-Forderung abgerückt seien. Das Angebot liege dem Studentenwerk aber noch nicht detailliert vor. Das, was in der Mitteilung steht, sei kein Kompromiss, man habe nur den Vermittler, den RVV, außen vor gelassen. Das Angebot soll aber auf der Vollversammlung vorgestellt werden. Doch bis jetzt lese es sich wie ein altes Angebot in neuen Kleidern. Bei der Veranstaltung am Dienstag, die um 14.15 Uhr im Audimax der Regensburger Uni stattfindet, werden unter anderem RVV-Geschäftsführer Karl Raba, Gerlinde Frammelsberger, die Geschäftsführerin des Studentenwerks Niederbayern/Oberpfalz, und Kanzler Dr. Christian Blomeyer als Redner erwartet. Noch unbestätigt ist laut einer Pressemitteilung der Universität die Teilnahme von Landrat Herbert Mirbeth und eines Stellvertreters der beteiligten Eisenbahngesellschaften.

Die Bahnunternehmen weisen daraufhin, dass seit Einführung des Semestertickets im Jahr 1999 die Zahl der Bahnnutzer mit Semesterticket noch sehr gering gewesen sei. In den vergangenen Jahren seien die Fahrgastzahlen in den Zügen jedoch rasant angestiegen. 2010 seien es mehr als doppelt so viele gewesen.

 

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